15.10.2011
Deutschland: Gröhe fordert Schutz religiöser Minderheiten
„Arabischer Frühling“: Deutschland nimmt notfalls bedrängte Christen aus Ägypten auf
Deutschland: Gröhe fordert Schutz religiöser Minderheiten
„Arabischer Frühling“: Deutschland nimmt notfalls bedrängte Christen aus Ägypten auf
Berlin (idea) – Der CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hat die Länder des „arabischen Frühlings“ aufgefordert, religiöse Minderheiten zu schützen und deren Religionsfreiheit zu achten. Hintergrund sind Übergriffe auf Christen in Ägypten, bei denen am 9. Oktober in Kairo mindestens 35 Personen ums Leben kamen und etwa 300 verletzt wurden. Die Staaten des „arabischen Frühlings“ müssten beweisen, dass bei ihnen Demokratie und Achtung von Minderheiten zusammengehörten, sagte Gröhe in einem am 15. Oktober veröffentlichten Interview mit „Welt Online“. Minoritäten in manchen Staaten hätten sich in früheren Diktaturen geschützter gefühlt als jetzt, etwa im Irak und in Ägypten. „Denn die Despoten haben den Islamismus unterdrückt“, so Gröhe. Der „arabische Frühling“ dürfe noch nicht beendet sein. Zur Frage, ob Deutschland bedrängten Christen offensteht, sagte der Politiker, Deutschland habe viele Betroffene aus dem Irak aufgenommen. Diese Option müsse es gegebenenfalls auch für ägyptische Christen geben. Aber dies dürfe nur die letzte Möglichkeit sein: „Erst einmal gilt es, die Lebensverhältnisse vor Ort zu verbessern.“
Iran soll Pastor Nadarkhani sofort freilassen
Den Iran rief Gröhe auf, den zum Tode verurteilten Pastor Youcef Nadarkhani sofort und bedingungslos freizulassen. Dem ehemaligen Muslim – jetzt Pastor einer Mitglieder zählenden christlichen Untergrundgemeinde – droht der Tod durch den Strang als Strafe für die „Verbreitung nichtislamischer Lehre“ und den „Abfall vom islamischen Glauben“. Gröhe: „Ein sogenannter Glaubensabfall darf niemals Grund für eine Hinrichtung sein.“ Der CDU-Generalsekretär äußerte sich auch zu der Frage, ob sich die Lage der christlichen Minderheit in den palästinensischen Gebieten verschlechtert, wenn ein eigener Staat ausgerufen werde: „Wenn fundamentalistische Radikalisierung diesen Staat bestimmen würde, wäre das für liberale Muslime, Palästinenser ohne Religion, aber auch für Christen eine dramatische Entwicklung.“ Es gebe immer weniger Christen im Raum Jerusalem und Bethlehem.