26.10.2011
Irak: Rund 25.000 irakische Christen sind Flüchtlinge
Schwäbisch Gmünd/Berlin (epd). Die Lage im Irak ist für viele irakische Christen noch immer gefährlich: Noch immer seien rund 25.000 Christen aus dem Irak bei den Vereinten Nationen als Flüchtlinge registriert, die sich in den Nachbarländern des Iraks aufhalten, sagte Jan Bittner, außenpolitischer Berater des Unions-Fraktionschefs Volker Kauder am Montag beim Kongress "Christenverfolgung heute" in Schwäbisch Gmünd. Schätzungen gingen davon aus, dass zu Beginn des letzten Irakkriegs im Jahr 2003 etwa eine Million Christen im Irak lebten. Heute seien es nach Angaben der Kirchen wahrscheinlich weniger als 300.000, so der Mitarbeiter der Planungsgruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
Angesichts der Gewalt in Syrien fürchteten viele Christen aus dem Irak, dass das, was sie in ihrer Heimat erlebt haben, sich nun in Syrien wiederholt, sagte Bittner. Im August 2004 explodierten die ersten Bomben vor Kirchen in Bagdad und Mosul. Im Jahr 2006 erreichte die Gewalt einen vorläufigen Höhepunkt. Hunderttausende von Irakern flohen aus ihrem Land und fast alle hätten keine Hoffnung mehr, jemals wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können.
Aus diesem Grund habe Deutschland rund 2.500 irakische Flüchtlinge zur dauerhaften Wiederansiedlung aufgenommen - etwa die Hälfte der Irakflüchtlinge, seien Angehörige von religiösen Minderheiten, unter ihnen viele Christen. In der Eröffnungsrede des Kongresses am Sonntagabend sprach sich der CDU-Politiker Kauder dafür aus, noch einmal 2.000 bis 3.000 Irakflüchtlinge aufzunehmen.