31.10.2011
Vietnam: Vier Gottesdienstbesucher verprügelt
Angreifer attackieren Christen mit Eisen- und Holzstangen
Vietnam: Vier Gottesdienstbesucher verprügelt
Angreifer attackieren Christen mit Eisen- und Holzstangen
Frankfurt am Main (idea) – In Vietnam sind vier Gottesdienstbesucher bei zwei Überfällen auf eine baptistische Hauskirche krankenhausreif geschlagen worden. Die Vorfälle ereigneten sich am 23. Oktober, wurden aber erst jetzt bekannt, so die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt am Main. Ihr liegen Beweise vor, dass die Behörden des sozialistisch regierten Landes an den Übergriffen beteiligt waren. Den Angaben zufolge gehört die Gemeinde „Liebe“ in der Stadt Tam Ky in der Provinz Quang Nam zum Bund der Baptistengemeinden in Vietnam. Er umfasst 509 Gemeinden mit 25.000 Mitgliedern. Der Verband habe 2008 die staatliche Anerkennung erhalten, so die IGFM. Allerdings müsse jede Gemeinde zusätzlich bei den lokalen Behörden um eine Genehmigung nachsuchen. Diese sei der Hausgemeinde in Tam Ky zweimal verweigert worden. Trotzdem treffe sich die Gemeinde weiter im Haus von Pastor Pham Thien An.
Polizei stört Gottesdienst
Am 23. Oktober habe die Polizei die Auflösung des Gottesdienstes angeordnet. Als die Gemeinde sich geweigert habe, hätten Polizisten den Gottesdienst gestört. Zwei Stunden habe ein 20-köpfiger Schlägertrupp den Vater des Pastors angegriffen. Nachdem die Gemeinde die Behörden um Hilfe gebeten habe, seien die Schläger gegen 20.30 Uhr erneut aufgetaucht und hätten mit Eisen- und Holzstangen auf Angehörige und Gemeindemitglieder eingeschlagen. Wie der Pastor der IFGM mitteilte, habe er bei der Polizei einen Notruf absetzen können, doch diese habe offenbar „auf Befehl von oben“ den Einsatz abgebrochen. Die Menschenrechtsorganisation fordert Vietnam auf, „das Recht auf Religionsfreiheit in vollem Umfang zu respektieren und Leben und Unversehrtheit der Christen zu sichern“. Von den knapp 91 Millionen Einwohnern des südostasiatischen Lands sind 54 Prozent Buddhisten, 22 Prozent Atheisten und 8 Prozent Christen, meist Katholiken. 1,8 Prozent sind evangelisch. Der Rest gehört Stammes- oder Naturreligionen an.