13.09.2011
Ägypten: Streit um Kirchenrenovierung
Extremistische Muslime belagern christliche Dorfeinwohner
Assuan (idea) – In Oberägypten ist ein Streit um die Wiedererrichtung einer Kirche ausgebrochen. Extremistische Muslime wollen die Renovierung der 80 Jahre alten, baufälligen Kirche im Dorf Merinab bei Assuan verhindern. Sie verlangen, dass die koptisch-orthodoxen Christen auf Kirchturm, Kreuze, Glocken und Kuppeln verzichten. Doch würde ein Abbruch der Kuppeln den Einsturz des Rohbaus der St. Georgs-Kirche bedeuten, wie die koptisch-orthodoxe Kirche mitteilt. Nach Angaben des Priesters Makarios Boulos liegt eine Baugenehmigung vor. Die Spannungen in dem überwiegend von Muslimen bewohnten Dorf seien so groß geworden, dass Ausschreitungen befürchtet werden müssten. Der Gouverneur und die Militärregierung wollten, dass Kompromisse gefunden würden, doch seien die Verhandlungen bisher gescheitert. Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mit Sitz in Frankfurt am Main nötigen und bedrohen muslimische Extremisten die Kopten seit dem 7. September. Sie hinderten sie daran, zur Arbeit zu gehen oder einzukaufen. Erst wenn die Kirchenkuppeln entfernt seien, dürften sie ihre Häuser verlassen. Muslime seien mit Hämmern und anderen Werkzeugen in der Nähe der Kirche gesehen worden. Der Rohbau werde seither von Sicherheitskräften bewacht. In Ägypten kommt es immer wieder zu lokalen Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Christen. Von den 83 Millionen Einwohnern sind 90 Prozent Muslime und etwa zehn Prozent Christen, meist Kopten.