23.09.2011

Deutschland: Papstbesuch und muslimisch-christlicher Dialog

Nach Vertretern der Juden hat der Papst am zweiten Tag seines Deutschlandbesuchs Islamvertreter getroffen. Und betont, er sehe gute Chancen für eine "fruchtbare Zusammenarbeit" zwischen Christen und Muslimen. Strittige Fragen sprach er nicht an.

Islamverbände: Muslimisch-christlichen Dialog vertiefen
Der Koordinierungsrat der Muslime in Deutschland (KRM) sieht nach der Berliner Begegnung eine große Chance, "dass der muslimisch-christliche Dialog weiter an Fahrt zunimmt". Das Treffen sei ein "wichtiges und wohltuendes Zeichen" gewesen, erklärte der Sprecher des Koordinationsrates, Aiman Mazyek, am Freitag in Berlin. Christen und Muslime sollten zukünftig noch deutlicher das Gemeinsame ihrer Religionen herausstellen, ohne dabei die Unterschiede zu verdrängen.

"Wir müssen mit gemeinsamer Stimme deutlich machen, dass eine Grenzenlosigkeit und Alles-Geht-Ideologie gegen die Natur des Menschen ist, gegen die ökologische und ökonomische Vernunft", erklärte Mazyek. Die bei der Begegnung anwesenden Mitglieder des Koordinationsrates versicherten dem Papst den Angaben zufolge, sein beherztes Eintreten für die Freiheit des Glaubens werde von den Muslimen unterstützt, weil auch sie Religiosität als ein Kernelement einer modernen und pluralen Gesellschaft betrachteten.

Mazyek begrüßte auch die Rede des Papstes im Bundestag. Sie habe die Abgeordneten "an ihre Verantwortung vor Gott und den Menschen erinnert und zurecht gemahnt, dass sich politischer Erfolg in erster Linie im Mühen und in dem Willen zur Gerechtigkeit messen lassen muss".

Quelle: domradio

www.domradio.de/benedikt/76616/zeichens-des-vertrauens.html