04.04.2012
China: Verschiedene neue Informationen
Protestantische Kirche, Hausgemeinden und Mission
Hausgemeindeversammlung in Xinjiang aufgelöst
[CA] In Aksu in der Provinz Xinjiang wurde am 18. März die Versammlung einer Hausgemeinde durch die Sicherheitskräfte aufgelöst. Die Gemeinde hatte sich an diesem Ort schon seit nahezu 20 Jahren ungestört versammelt. Die Personalien der rund 70 Gemeindeglieder wurden auf der Polizeistation erfasst und einige Gemeindeglieder wurden erst nach zwei Tagen wieder freigelassen.
Protestierer einer offiziellen Kirche vorübergehend festgenommen
[CA] Nachdem in Guchen in der Provinz Shandong eine offizielle Kirche durch die Behörden besetzt worden war, organisierte die Gemeinde hintereinander drei Delegationen, um in Peking bei den zuständigen Behörden gegen diese Maßnahmen zu protestieren. Alle Delegationen wurden jedoch abgefangen und die Protestierer für etliche Tage festgesetzt.
Offizielle Kirche demoliert
[CA] In Dafeng in der Provinz Jiangsu wurde am 13. März eine offizielle Kirche durch die Behörden demoliert. Bei dieser gewaltsamen Aktion sind auch zwei Gemeindeglieder verletzt worden.
Zwei Hauskirchenzeitungen durch Behörden geschlossen
[CA] In Wenzhou in der Provinz Zhejiang wurde das Büro von zwei Hauskirchenzeitungen durch die Behörden geschlossen und die vier wichtigsten Angestellten verhaftet. Wenzhou galt bisher als die Stadt in China, in der sich Hauskirchen weitgehend unbehelligt betätigen konnten.
Christlicher Buchladen geschlossen
[CA] In Taiyuan in der Provinz Shanxi haben die Behörden einen christlichen Buchladen geschlossen, der bereits seit vier Jahren existierte und der auch alle erforderlichen Genehmigungen besessen hatte.
Gebetsversammlung aufgelöst
[CA] In Ulanhot in der Inneren Mongolei wurde am 31. März eine Gebetsversammlung von mehr als 20 Hauskirchenleitern durch die Behörden aufgelöst mit der Begründung, es handle sich um ein illegales Treffen. Den Teilnehmern wurde außerdem verboten, an Ostern Gottesdienste zu feiern.
2. Politik & Gesellschaft
Korruption ist die größte Gefahr für die Partei
[XH] Ministerpräsident WEN Jiabao sagte bei der Jahreskonferenz des Kabinetts zur Korruptionsbekämpfung, die Korruption stelle für die Partei die höchste Bedrohung dar und unterminiere das politische Fundament des chinesischen Staates. Deshalb sollen Ausgaben für Empfänge, Dienstwagen und Auslandsreisen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im vergangenen Jahr sind 29.000 Beamte wegen Bestechung oder Veruntreuung verurteilt worden, sieben davon arbeiteten auf der Ebene der Ministerien.
Millionen von Millionären
[ZGB] Nach offiziellen Angaben im Weißbuch zum Luxuskonsum in China gibt es in China 2,7 Mio. Personen, die über ein Vermögen von mehr als 6 Mio. RMB (ca. 1 Mio. USD) verfügen. 63.500 Chinesen verfügen sogar über mehr als 100 Mio. RMB (ca. 12 Mio. EUR), was einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr von rund 10 % entspricht. Bei einer Umfrage unter fast 900 Millionären kam allerdings Unerwartetes ans Tageslicht: Fast die Hälfte dieser Leute bekennt sich zu einem Glauben, 1/3 als Buddhisten, 7 % als Christen und 3 % als Muslime. Bei den Reichen unter 30 Jahren steigt der Anteil der Christen sogar auf 11 %.
Auch ein Erfolg
[XH] Allein im Monat März sind in China mehr als 22.000 Fälle von Wirtschaftsverbrechen aufgedeckt worden. Fast 4.400 Personen sind deswegen verhaftet worden. LIU Jinguo, der Vizeminister für Öffentliche Sicherheit, erwähnte in diesem Zusammenhang, man arbeite nun an einem System zur Belohnung von Informanten.
Polizei im Sondereinsatz wegen Grabpflegetag
[XH] Am Grabpflegetag, der in diesem Jahr auf den 4. April fällt, besuchen viele Angehörige die Gräber ihrer Vorfahren. Sie zünden dort Duftkerzen an und verbrennen Papiergeld. Dieser uralte heidnische Brauch ist immer noch so populär, dass das Ministerium für Öffentliche Sicherheit Sondereinsätze der Polizei zur Lenkung der zu erwartenden Verkehrsströme angeordnet hat.