11.04.2012

Schweden: Abschiebung von Christen in den Iran

Mehre Fälle der Abschiebepraxis sind bekannt, hier zur Erinnerung einige Fälle aus jüngster Zeit:

Den Fall der indonesischen Christen, die in den USA vor der Abschiebung stehen - wurde berichtet.

Auch Fälle wie der einer afghanischen Christin, die in Indien einfach nicht als Glaubensflüchtling registriert wird und der eines irakischen Christen, der vom UN-Flüchtlingskomissariat in der Türkei immer wieder abgewiesen wird, ist ebenfalls berichtet worden.

Jetzt kommen ähnlich gelagerte Berichte aus Schweden. Wie die christliche, iranische Nachrichtenagentur “Mohabat News” berichtet, sollen iranische Christen, die in Schweden eine Zuflucht gesucht hatten, wieder in diesen “Hort der Religionsfreiheit” (man verzeihe mir bitte den Zynismus) zurückgebracht werden.  Als Beispiel wird das Schicksal von Mohammad-Ali Hodaei genannt, der sich zum Christentum bekehrte und nun aus Schweden “verschwinden” soll. Mohabat News schreibt dazu einen sehr interessanten Satz:

 Die Einwanderungsbehörde Schwedens zweifelt nicht an Herrn Hodaeis Konversion, aber scheint sich nicht wirklich der Konsequenzen seiner Rückkehr in den Iran bewusst zu sein.

Das ist der springende Punkt, liebe Leser dieses Blogs: die Unwissenheit über die wahren Verhältnisse in Bezug auf die Praxis der Religionsausübung in den Verfolgerstaaten unter den Entscheidungsträgern der westlichen Welt in Medien, Verwaltungen, Politik, Justiz und natürlich auch in den Kirchen. Diese o. zitierte Aussage der iranischen Nachrichtenagentur Mohabat News sollte uns allen in den Ohren klingeln !!! Die Konsequenzen, die es für christliche Indonesier von der Insel Ambon hat, wenn sie dorthin zurückkehren müssen, sind den US-Behörden ebensowenig vertraut, wie den Schweden das Schicksal von islamischen “Apostaten” wie Youcef Nadarkhani bekannt ist. Mohammad-Ali Hodaei ist in jedem Fall seit Mitte Februar auf der “Abschiebeliste” der Schweden.

Am 15. März 2012 sollte er zum Flughafen gebracht und in den Iran ausgeflogen werden. Nur massive Proteste von Migranten-Organisationen vor dem Büro der Migrationsbehörde und auch seitens der Tochter von Mohammad-Ali Hodaei, die sogar das Flugzeug, in dem ihr Vater bereits saß, betrat und dort lautstark auf die ungerechte Migrationspolitik Schwedens aufmerksam machte, konnten die Abschiebung in letzter Sekunde verhindern.

Da wäre auch noch der Fall von Maxim Hamedian Esfahani. Dieser war noch im Iran Christ geworden, hatte dadurch die üblichen Probleme bekommen (Job verloren, von Familie verstossen, soviel zur religiösen Toleranz in islamischen Ländern) und sich im Jahr 2008 dazu entschlossen in Schweden um Asyl nachzusuchen. Sein Antrag wurde jedoch abgelehnt, da Herr Esfahani wohl mit dem falschen Visum eingereist war. Nun sitzt er ebenfalls auf der “Abschussliste” der schwedischen Behörden.

Quelle: Berliner Gebetskreis / mohabat news