13.04.2012
Laos: Dorfkirche von Beamten geschlossen
Mehr als 700 Christen müssen sich nun in Privathäusern treffen - Willkür gegen Christen
Laos: Dorfkirche von Beamten geschlossen
Mehr als 700 Christen müssen sich nun in Privathäusern treffen - Willkür gegen Christen
(Open Doors) - Im südostasiatischen Vielvölkerstaat Laos werden Christen immer wieder Opfer behördlicher Willkür. Seit Jahren sind sie in der Demokratischen Volksrepublik einer offensichtlichen Vertreibungsstrategie ausgesetzt. Immer wieder kommt es zu Ausweisungen ganzer Gruppen von Christen aus ihren Heimatdörfern. Dadurch wird ihnen ihre Existenzgrundlage genommen und sie sind gezwungen, sich eine neue Heimat zu suchen.
Christentum als List des Westens
Anfang April haben Beamte im Bezirk Saybuly im Süden des Landes eine Kirche versiegelt. Der Übergriff fand statt nach der Durchführung eines zweitägigen Seminars über die "Gefahren religiöser Überzeugungen" in Khamnonsung. Gleichzeitig kündigten die Beamten weitere Schließungen staatlich nicht-registrierter Gemeinden in dem zur Provinz Savannakhet gehörenden Bezirk an. Von den insgesamt 30 Kirchengebäuden in der Provinz sind nur sieben offiziell anerkannt.
Wie die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch for Lao Religious Freedom (HRWLRF) berichtet, ordneten der örtliche Kader der kommunistischen Partei Saysamorn, der stellvertretende Bezirkspolizeichef sowie der Bezirksleiter für religiöse Angelegenheiten die Teilnahme aller Dorfbewohner an dem Seminar "Tricks des Feindes" vom 3. bis 5. April an. Wie Teilnehmer aussagten, erklärten die Beamten darin, dass westliche Länder, insbesondere die USA, den christlichen Glauben dafür benutzen würden, die laotische Regierung zu destabilisieren. Anschließend verhängten sie ein Verbot gegen die weitere Nutzung der örtlichen Kirche, da für diese keine Baugenehmigung vorliege. Fortan können sich die 745 Christen des Dorfes nur noch in Privathäusern treffen. Bemerkenswert dabei ist: Die Kirche in Khamnonsung wurde bereits im Jahr 1963 errichtet und damit lange vor der kommunistischen Machtübernahme im Jahr 1975. Offenbar sah 49 Jahre lang keine Behörde einen Grund für Beanstandungen.