16.04.2012
Mali: Schweizer Missionarin verschleppt
AKREF (Timbuktu) Gestern ist eine Schweizer Missionarin von bewaffneten Männern entführt worden. Ein Bewohner der Stadt sagte, er habe sechs bewaffnete Männer gesehen, welche die Schweizerin mitgenommen hätten.
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte heute die Entführung in der Oasenstadt Timbuktu. Das Departement stehe mit der Familie der Frau in Kontakt, hiess es in einer Mitteilung. Das Krisenmanagement-Zentrum (KMZ) des EDA habe seine Arbeit aufgenommen.
Tuareg-Rebellen haben vor rund einer Woche die Unabhängigkeit für den Norden Malis ausgerufen. Die Macht wird allerdings de facto zu grossen Teilen von der islamistischen Bewegung Ansar Dine ausgeübt. Diese kontrolliert nach Berichten aus der Region alle wichtigen Städte wie Timbuktu.
"Wegen der hohen Entführungsgefahr rät das EDA in seinen Reisehinweisen seit Dezember 2009 von Reisen nach Mali ab. Ende März hatten Militärs in Bamako Präsident Amadou Toumani Touré von der Macht geputscht. Den Machtkampf in der Hauptstadt nutzten Tuareg-Rebellen und Islamisten, um den Norden zu überrennen." Das schreibt der Schweizer Tagesanzeiger "Panorama."