24.04.2012
Sudan: Bibelschule angegriffen
Polizei erhält Beschwerde wegen Gebet der Christen - Südsudanesen sitzen fest
Sudan: Bibelschule angegriffen
Polizei erhält Beschwerde wegen Gebet der Christen - Südsudanesen sitzen fest
(Open Doors) - Wie Open Doors erfahren hat, haben islamische Extremisten am vergangenen Wochenende in Khartum eine Kirche sowie eine Bibelschule der "Sudan Presbyterian Evangelical Church" niedergebrannt. Bei dem Angriff auf die "Gerief Bible School" am 21. April wurden die gesamte Büroausstattung, Bibliotheksliteratur und persönliche Habseligkeiten von Studenten durch das Feuer vernichtet. Verletzt wurde niemand. Bereits am 9. April hatte ein Mob aus radikalen Muslimen damit gedroht, die Schule zu zerstören. Das Gebäude stehe auf dem "Land des Islam". Zwar konnte die Polizei die Menge vom Kirchengelände vertreiben, doch die Männer drohten damit, sich das Land mit Gewalt zu nehmen.
Open Doors bittet um Gebet für die Christen im Sudan. Denn die Berichte über Vorfälle und Übergriffe gegen Christen, insbesondere in Khartum, häufen sich. Ihre unsichere rechtliche Stellung im Norden fördert die Feindseligkeit gegenüber Südsudanesen.
Beten stört
Bereits am Freitag, dem 13. April, kam es in Omdurman (Khartum) zu einem Zwischenfall. Drei Polizisten unterbrachen einen Gottesdienst und forderten dessen Beendigung. Es habe Beschwerden vonseiten der örtlichen Moschee gegeben; die christliche Gemeinde mache während ihrer Gebetszeiten zu viel Lärm. Trotz der polizeilichen Verwarnung setzte die Gemeinde ihren Gottesdienst fort.
An Ausreise gehindert
Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors rückte der Sudan um 19 Positionen gegenüber dem Vorjahr nach oben auf Platz 16. Die Gründe hierfür sind vor allem eine höhere Zahl von Übergriffen gegen Christen und Kirchen. Die sudanesische Regierung strebt die strikte Anwendung des islamischen Rechts (Scharia) an. Nach der Abspaltung des Südens vom Norden des Landes im Juli 2011 sehen sich Christen im Norden zunehmend Angriffen und einer regelrechten Vertreibungsstrategie ausgesetzt. Viele haben den Sudan bereits in Richtung Südsudan verlassen. Schätzungsweise 500.000 Menschen, die südsudanesischen Volksgruppen entstammen, gelten im Norden nun als Ausländer. Viele von ihnen haben jedoch nie im Süden gelebt. Am 8. April ordneten sudanesische Behörden an, dass sich alle Südsudanesen binnen 30 Tagen registrieren oder das Land verlassen müssen. Hunderte von Südsudanesen wurden jedoch in den darauffolgenden Tagen daran gehindert, Flugzeuge Richtung Juba (Südsudan) zu besteigen. Zur Begründung hieß es, für die Ausreise seien besondere Dokumente nötig.