07.02.2012
Aserbaidschan: Pastor droht Strafanzeige
nach Razzia in der Kirche
In einer Kirche in Neftechala in Aserbaidschan wurde am 11. Dezember während des Sonntagsgottesdiensts einer Razzia durchgeführt. Pastor Telman Aliev droht nun ein Strafverfahren.
Nachdem im Anschluss an die Razzia alle Gottesdienstbesucher befragt worden waren, schlossen die Beamten die Kirche und versiegelten die Tür. Die Gemeinde versuchte seit über 10 Jahren vergeblich, sich beim Staat registrieren zu lassen, doch ein Beamter erklärte: „Ohne Registrierung dürft ihr nicht beten. Wir schließen jedes Gotteshaus, das keine Lizenz hat.“ Die Kirche wurde später wieder geöffnet, doch über 200 Bücher, darunter Bibeln und Zeitschriften, und zahlreiche Ton- und Videoaufnahmen wurden beschlagnahmt, um von einem Staatskomitee, das alle religiöse Literatur in Aserbaidschan zensiert, überprüft zu werden.
Am 23. Dezember wurden alle Gemeindemitglieder, einschließlich des Pastors und seiner Frau auf die Polizeidienststelle bestellt und nochmals verhört. Der Pastor wurde informiert, dass „ein Verfahren wegen religiöser Hetzliteratur“ gegen ihn eingeleitet worden sei.
Am 12. Dezember waren in Aserbaidschan grundlegende Abänderungen des Straf- und Verwaltungsrechts in Kraft getreten, die entweder neue Strafen einführten oder den Schweregrad bereits existierender Strafen für eine Reihe von religiösen Aktivitäten erhöhten. Darin enthalten ist die Einführung einer bis zu fünfjährigen Haftstrafe für die Produktion oder Verteilung religiöser Literatur, die nicht vom Staat überprüft wurde (siehe Fokus Fürbitte vom Dezember 2011).
- Beten wir, dass die Behörden alle Anklagen gegen Pastor Aliev fallen lassen und der Kirche eine Lizenz erteilt wird, so dass sich die Gemeinde in Zukunft ohne Angst vor weiteren Razzien treffen kann.
Quelle: Barnabasfund