07.02.2012

Türkei: Christliche Friedhofskapelle illegal abgerissen

Die städtischen Behörden von Malatya haben am 02. Februar 2012 drei Gebäude heimlich, still und leise abgerissen, darunter eine Friedhofskapelle, die zum armenischen Friedhof der Stadt gehörte. Das Gebäude wurde gerade renoviert und wurde, als kein Vertreter des Friedhofes in der Nähe war, niedergerissen. Im den Gebäude hatte sich noch ein Aufenthaltsraum für den Nachtwächter des Friedhofes und Räume zum Waschen der Leichen befunden.

Und nun beginnt wieder das Herumlamentieren um die Ursachen dieser Friedhofsschändung: Die Behörden behaupten, es hätte keine offizielle Baugenehmigung für das Gebäude vorgelegen. In der islamischen Welt von Indonesien bis Marokko ist dies immer das beliebteste Argument dafür, christliche Gebetsorte zu schließen oder abzureissen. Die Organisation, die sich um den Friedhof und die dortigen Bauten kümmert, eine philanthropische Vereinigung namens HAYDER, sagt aus, dass eine mündliche Genehmigung des Ortsbürgermeisters ebenso vorgelegen habe, wie eine dementsprechende Anweisung des Provinzialgouverneurs.

Auch hier wieder eine beliebte Verwirrungstaktik der Christenfeinde in Aktion: nur nichts schriftlich geben. Mündliche Absprachen kann man ja schließlich immer als „nichtexistent“ oder „fehlinterpretiert“ darstellen. Man kann sich die Bösartigkeit und Niedrigkeit der Denk- und Handlungsweise dieser Christenverfolger kaum vorstellen, wenn man es nicht einmal mit eigenen Augen gesehen oder am eigenen Leib erlebt hat.

Wie auch immer: Es bleibt vor allem festzustellen, dass es in Malatya keine Kirchengebäude mehr gibt. Nur die armenische Friedhofskapelle blieb als letzter Ort der Anbetung übrig. Dies ist nun auch vorbei. Auch der Friedhof gehört nicht mehr der armenischen Gemeinschaft, sondern der Stadt, die jetzt ihre „Hoheitsrechte“ trotz anderslautender Aussagen der Offiziellen dort brutal durchgesetzt hat.

Quelle: „today´s zaman“ vom 3.2.12