13.02.2012

Schweiz: Moscheevorsteher wurde Christ

(13. Februar 2012/rh.) - Immer wieder kommt das Schweizer Asylrecht an stossende Grenzen. Wer aus dem falschen Land kommt, hat kaum eine Chance zu bleiben. Das zeigt ein aktueller Fall. Nach fast zehn Jahren Aufenthalt in der Schweiz muss der Tunesier Kamel Bahi das Land endgültig verlassen. Darüber berichtet das Internetportal „Position“.

Der Tunesier Kamel Bahi muss nach fast zehn Jahren Aufenthalt die Schweiz endgültig verlassen. Dabei hat er eine sichere Arbeitsstelle, sämtliche Schulden und auch die Bezüge vom Sozialamt freiwillig zurückbezahlt.
Bahi war früher Leiter einer Moschee in der Nordwestschweiz trat er vor mehreren Jahren zum Christentum über. Am 21. Januar 2007 lauerten ihm seine ehemaligen muslimischen Freunde mitten in Zürich auf und hätten ihn beinahe ermordet. Seither lebt er mit Morddrohungen und hält sich meist weitab von der islamischen Szene versteckt. Ausser Gefahr ist er keineswegs.
Bei einer Rückschaffung nach Tunesien ist davon auszugehen, dass er dort über kurz oder lang aufgespürt würde. Christen sind in Tunesien unter Druck. Das Land liegt auf Platz 35 des aktuellen Weltverfolgungsindexes, noch vor Syrien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Der interkulturell versierte Islam-Kenner Kurt Beutler erklärt, dass aus islamistischer Sicht Kamel Bahi ein Abtrünniger sei, als ehemaliger Leiter einer Moschee in Westeuropa sogar ein Verräter am Islam. Beutler fragt: „Welchen Schutz will die tunesische Regierung einem Menschen wie Kamel Bahi bieten, der aus ihrer Sicht mit seinem Übertritt zum Christentum am Islam Verrat geübt hat - gerade jetzt, wo die umstrittene Partei "En-Nahda" die politische Mehrheit des Landes übernommen hat?“
In Kurt Beutlers Buch „Warum gewisse Dinge schief gehen - hält der Islam, was er verspricht?" (Verlag Urs-Heinz Nägeli, Schiers) ist Kamel Bahi die Hauptperson. Dies ist allerdings nicht erkennbar, weil der Autor damals aus Sicherheitsgründen den Namendurch ein Pseudonym ersetzte und bewusst auf eine gewisse Verfremdung hinarbeitete.
Jetzt, nach dem abgewiesenen Asylentscheid, deckt Kurt Beutler den Namen auf. Nach wie vor steht er in Kontakt mit Kamel Bahi. Er sei persönlich betroffen und könne nur den Kopf schütteln über „die Realitätsferne unseres Asylwesens“.

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Quelle: Factum

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