22.01.2012

Tunesien: Islamistische Parteien bedrohen Bürgerrechte

Fokus Fürbitte Januar 2012

Tunesien: Islamistische Parteien bedrohen Bürgerrechte

Fokus Fürbitte Januar 2012

(Barnabasfund) Seit sich die islamistische Ennahda Partei bei den Oktoberwahlen in Tunesien die meisten Wählerstimmen gesichert hat, nehmen die Befürchtungen zu, dass sich das Land in eine mehr und mehr islamistische Richtung bewegen könnte. Die kürzliche Gründung eines inoffiziellen „Komitees zur Förderung der Tugend und zur Prävention von Lasterhaftigkeit“ scheint einen solchen Trend zu bestätigen.

Der Name der neugegründeten Organisation bezieht sich auf einen Vers im Koran, der Muslime zum Guten aufruft und ihnen Unrecht verbietet. Die Organisation sieht sich dazu verpflichtet, die Bewahrung von islamischen Werten im öffentlichen Leben sicher zu stellen: Sie erscheinen in Moscheen und Koranschulen, wo sie versuchen, den Imamen ihre salafistischen Ansichten aufzuzwingen und verhalten sich aggressiv gegenüber Frauen, die sich nicht nach ihren Kleidervorschriften richten. Die Gruppierung, die von den Salafisten unterstützt wird, ist von der Regierung nicht offiziell anerkannt. Es wurden jedoch bisher keine Versuche unternommen, ihnen Einhalt zu gebieten.

Tunesien wurde lange als eines der westlichsten, säkularsten und liberalsten arabischen Ländern betrachtet, doch seit der Gründung des Komitees macht sich unter den liberalen und säkularen Tunesiern mehr und mehr Angst vor einer potentiellen Einschränkung ihrer Bürgerrechte breit.

  • Beten wir für die Christen in Tunesien und bitten wir unsern Herrn Jesus, dass er bei der Bildung der neuen Regierung eingreift. Beten wir, dass das neue inoffizielle Komitee daran gehindert wird, ihre strikten islamischen Regeln gewaltsam durchzusetzen.