05.06.2012
Islam im Internet: Schluss mit lustig!
Türkischer Starpianist wegen religiöser Scherze angeklagt
Istanbul/Kuwait-Stadt/Riad (idea) – Vorsicht: Wer sich im Internet leichtfertig oder gar scherzhaft über den Islam äußert, kann schnell im Gefängnis landen. So drohen dem türkischen Starpianisten Fazil Say bis zu 18 Monaten hinter Gittern. Der 42 Jahre alte Atheist wird am 18. Oktober in Istanbul vor Gericht gestellt, weil er über den Kurznachrichtendienst Twitter kritische Bemerkungen zum Islam gemacht hatte. So soll er die muslimische Vorstellung vom Paradies mit einer Kneipe und einem Freudenhaus verglichen haben. Dadurch habe er religiöse Werte beleidigt, so die Anklage. Der Klassik- und Jazz-Pianist gehört zu den renommiertesten Musikern. Mehrfach hat er sich auch kritisch über den Kurs der islamisch-konservativen Regierung unter Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan geäußert.
Kuwaiti zu zehn Jahren Haft verurteilt
Zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde bereits der Kuwaiti Hamad al Naqi. Dem 26-Jährigen wurde vorgeworfen, via Twitter den Islam, den Propheten Mohammed sowie dessen Frau und Weggefährten beleidigt zu haben. Der Anklage zufolge habe er dadurch die Spaltung der Gesellschaft geschürt. Naqis Anwalt Khaled al Shatti will gegen das Urteil Berufung einlegen. Das kuwaitische Parlament hatte zuvor ein Gesetz verabschiedet, das die Beleidigung Allahs, des Korans und der islamischen Propheten unter die Androhung der Todesstrafe stellt. Der Islam ist Staatsreligion in Kuwait.
McDonald’s zieht Spielzeug zurück
In Saudi-Arabien, dem strengsten islamischen Land, hat die Schnellrestaurantkette McDonald’s wegen muslimischer Proteste ein Spielzeug zurückgezogen. Die Plastikfigur eines Samurai-Kämpfers trug auf dem Sockel die Inschrift „Mohammed“. Durch Betätigung eines Hebels stampfte die Figur mit dem Fuß auf. Das Herumtrampeln auf dem Namen des Propheten sahen Muslime nach Angaben des arabischen Internetdienstes Kermalkom.com als Beleidigung an. Aufgrund der Proteste entfernte McDonald’s das Spielzeug aus dem Kindermenü „Happy Meal“.