02.03.2012

Deutschland/Iran: Freiheit für iranischen Pastor!

Niedersachsen: Kirchen und Schura fordern Aufhebung des Todesurteils

Deutschland/Iran: Freiheit für iranischen Pastor!

Niedersachsen: Kirchen und Schura fordern Aufhebung des Todesurteils

Hannover (idea) – In Niedersachsen setzen sich Muslime und Protestanten gemeinsam für die Freilassung des zum Tode verurteilten iranischen Pastors Youcef Nadarkhani ein. Der Vorsitzende des Rates der Konföderation evangelischer Kirchen, der hannoversche Landesbischof Ralf Meister, und der Vorsitzende der Landesvertretung der Muslime in Niedersachsen (Schura Niedersachsen), Avni Altiner (beide Hannover), appellieren an die Regierung in Teheran und ihren Botschafter in Deutschland, das Todesurteil aufzuheben und den Pastor sofort auf freien Fuß zu setzen. Der 34-jährige Nadarkhani bekehrte sich im Alter von 19 Jahren vom Islam zum Christentum. Wegen „Abfalls vom Islam“ wurde er 2010 zum Tode verurteilt. Der Geistliche einer Untergrundgemeinde sitzt in der Todeszelle in Rascht ein. Mehrfach hat er im Gefängnis Angebote abgelehnt, sein Leben zu retten, indem er seinem Glauben abschwöre. Wie Meister erklärte, sei allein schon Nadarkhanis Inhaftierung aufgrund seines christlichen Glaubens ein schwerer Verstoß gegen Menschenrechte und Religionsfreiheit. Christen und Muslimen sei der Auftrag zum Frieden gemeinsam; dem widerspreche das Todesurteil zutiefst. Darum riefen Altiner und er zusammen zur Fürbitte für Nadarkhani auf. Dieser stehe für viele Menschen, die aus religiösen Gründen verfolgt werden. Altiner sagte, er teile die Position des Landesbischofs und ergänzte: „Religionsfreiheit muss überall für alle Menschen gelten.“

Mahnwachen und Ostermarsch

Für die Freilassung Nadarkhanis setzt sich unter anderen die Hamburger Ortsgruppe der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) ein. Mit Unterstützung unter anderem von der örtlichen Evangelischen Allianz veranstaltet sie an jedem Sonnabendnachmittag um 15 Uhr eine Mahnwache am Mönckebergbrunnen. Am 7. April, dem Sonnabend vor Ostern, ist ein Ostermarsch vom Hauptbahnhof über die Mönckebergstraße zum Rathausmarkt geplant.