12.03.2012
Weltweit: Die meisten Migranten sind Christen
Washington (idea) - Etwa die Hälfte aller Migranten weltweit sind Christen. Auch in der Europäischen Union übertrifft die Zahl der christlichen Migranten die der muslimischen, fand das US-amerikanische Pew-Forschungszentrum (Washington/USA) heraus.
Als Migranten zählt die Studie alle Bürger, die ein Jahr oder länger außerhalb ihres Geburtslandes leben. Weltweit sind das 214 Millionen Menschen, rund 3 Prozent der Weltbevölkerung. Würde man sie als eine Bevölkerungsgruppe zählen, so bildeten sie die fünftgrößte Nation der Welt. Mit 27 Prozent stellen die Muslime darunter die zweitgrößte Gruppe. Gemessen an ihrem Anteil an der Weltbevölkerung sind Christen erheblich und Moslems leicht überrepräsentiert. Gründe dafür nennt die Studie nicht. Die meisten christlichen Migranten stammen aus Mexiko (über 12 Millionen), gefolgt von Russland (über 8 Millionen) und der Ukraine (etwa 5 Millionen). Die meisten muslimischen Migranten kommen aus Palästina (über 5 Millionen) sowie aus Pakistan, Bangladesch und Indien (jeweils über 3 Millionen). Die weitaus meisten von ihnen leben in den USA (fast 43 Millionen), gefolgt von Deutschland und Russland mit jeweils über 10 Millionen.
EU: Die meisten christlichen Migranten kommen aus Russland
Nachdem vom 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert viele Europäer ihren Kontinent verließen, ziehen seit Mitte des letzten Jahrhunderts insbesondere die wachsenden Volkswirtschaften in Deutschland, England und Frankreich Menschen aus aller Welt an. Von den 47 Millionen Migranten in der Europäischen Union sind 56 Prozent Christen und 27 Prozent Muslime. Rechnet man die Menschen heraus, die innerhalb der EU das Land gewechselt haben, so liegen Christen mit 42 Prozent und Moslems mit 39 Prozent näher beieinander. Moslemischen Migranten stammen überwiegend aus der Türkei, Marokko, Algerien und Pakistan. Christliche Migranten wanderten am häufigsten aus Russland, der Ukraine, Albanien, Serbien und Ecuador zu. Migranten ohne Religionszugehörigkeit (etwa 10 Prozent) stammen zumeist aus Russland oder China. Das Pew-Forschungsinstitut ist eine Einrichtung des 1948 in den USA gegründeten und nach seiner Stifterfamilie benannten „The Pew Charitable Trusts“, der Informationen zu den weltweit drängendsten Problemen zur Verfügung stellt.