20.03.2012
Afghanistan: Aufgebrachte Muslime verbrennen Kreuz
Wut über Koran-Verbrennungen und Amoklauf eines US-Soldaten
Afghanistan: Aufgebrachte Muslime verbrennen Kreuz
Wut über Koran-Verbrennungen und Amoklauf eines US-Soldaten
Kabul (idea) – In Afghanistan haben aufgebrachte Muslime als Vergeltung für Koranverbrennungen und den Amoklauf eines US-Soldaten ein Kreuz verbrannt. Am 11. März hatte der 38-jährige Feldwebel Robert Bales in Provinz Kandahar 16 Zivilisten, darunter neun Kinder, getötet. Für die Bluttat muss er sich vor einem Militärgericht in den USA verantworten. Ende Februar hatten bereits US-Soldaten gedankenlos Exemplare des Korans und andere islamische Schriften im Militärstützpunkt Bagram im Müll „entsorgt“. Beide Ereignisse sorgten für Entsetzen und Aufruhr in der afghanischen Bevölkerung. Daran änderte auch nichts, dass die US-Regierung um Entschuldigung bat. Unter anderem gingen In Ost-Afghanistan Hunderte Schüler und Studenten auf die Straße. Unter Rufen von „Allah ist groß“ schmähten sie die USA und verbrannten ein rotes Kreuz sowie Bilder von US-Präsident Barack Obama. Beobachter fürchten, dass die winzige christliche Minderheit im Land noch stärker unter Druck gerät. Die letzte öffentlich zugängliche Kirche in Afghanistan wurde 2009 geschlossen. Von den 29 Millionen Einwohnern sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Christen, meist Ausländer, wird auf etwa 10.000 geschätzt. Daneben gibt es etwa 3.000 Sikhs, 400 Anhänger der Baha’i-Religion und rund 100 Hindus.