04.04.2013

Weltweit: Wo Christen leiden müssen

Unterdrückung und Gewalt in Kuba, Sri Lanka und Pakistan

Weltweit: Wo Christen leiden müssen

Unterdrückung und Gewalt in Kuba, Sri Lanka und Pakistan

Havanna/Colombo/Gujranwala (idea) – Unterschiedlichen Formen von Diskriminierung und Unterdrückung sind Christen in verschiedenen Ländern der Welt ausgesetzt. Aktuelle Vorkommnisse betreffen staatliche Übergriffe im kommunistisch regierten Kuba, Angriffe von Buddhisten in Sri Lanka sowie Anschläge muslimischer Extremisten in Pakistan. Wie die Menschenrechtsorganisation Christliche Solidarität Weltweit (CSW) mit Sitz in New Malden (Südengland) berichtet, hat sich die Verletzung der Religionsfreiheit auf Kuba massiv verstärkt. 120 Fälle seien der Organisation im vorigen Jahr gemeldet worden, drei Mal so viele wie 2011. Unter anderem seien protestantische Geistliche geschlagen worden. Der Pfingstpastor Reutilio Columbie (Moa/Provinz Holguin) habe einen dauerhaften Hirnschaden davongetragen. Er wollte sich über einen kommunistischen Funktionär beschweren, der ein Fahrzeug seiner Gemeinde beschlagnahmt hatte. Laut CSW ist auch die Zahl der auf Anordnung der staatlichen Religionsbehörde geschlossenen oder abgerissenen Kirchengebäude gestiegen. Ferner seien Kinder von Pastoren oft in der Schule Diskriminierungen ausgesetzt. 56,5 Prozent der 11,2 Millionen Einwohner Kubas bezeichnen sich als Christen. Jeder vierte Bürger ist ohne Religionszugehörigkeit, und etwa 18 Prozent sind Spiritisten. 48,4 Prozent der Kubaner sind Katholiken und etwa acht Prozent Protestanten; die übrigen Christen sind Orthodoxe und Anglikaner.

Buddhistische Mönche greifen Christen an

In Sri Lanka mehren sich die Übergriffe militanter Buddhisten auf Christen. Oft beteiligten sich Mönche an den Ausschreitungen, berichtet die in dem südostasiatischen Inselstaat tätige Christian Aid Mission (Charlottesville/US-Bundesstaat Virginia). Im März seien an mehreren Orten Evangelikale schweren Bedrohungen ausgesetzt gewesen. Eine Pastorenfamilie habe deshalb aus ihrem Haus fliehen müssen. Rund 1.000 Buddhisten, darunter 50 Mönche, hätten sonntags eine Kirche umzingelt. Sie nahmen Anstoß an missionarischen Aktivitäten. Von den über 20 Millionen Einwohnern Sri Lankas sind nach Angaben der nationalen Evangelischen Allianz rund 70 Prozent Buddhisten (meist Singhalesen), 14 Prozent Hindus (meist Tamilen), 8 Prozent Muslime und 8 Prozent Christen, überwiegend Katholiken. Die Allianz repräsentiert mehr als 200.000 Evangelikale.

Radiomusik löst Gewalt aus

In Pakistan haben am 3. April aufgebrachte Muslime eine christliche Siedlung in der Millionenstadt Gujranwala (Provinz Punjab) angegriffen. Fünf Christen wurden verletzt sowie eine Kirche und Dutzende Geschäfte schwer beschädigt. Wie die Zeitung Morning Star News berichtet, entzündete sich der Konflikt an einer Kleinigkeit. Christliche Jugendliche hatten den Fahrer einer motorisierten Rikscha aufgefordert, das Radio anzustellen, um Musik zu hören; dagegen protestierten Muslime, weil dies gegen den Koran verstoße. Der Streit eskalierte, so dass rund 500 Muslime die christliche Franziskus-Siedlung mit Gewehren und Schlagstöcken angriffen. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus und der Rest Sikhs, Buddhisten und Anhänger anderer Religionen.