16.04.2013
Zentralafrika: Granaten schlugen in eine Kirche ein
Sieben Gottesdienstbesucher in Bangui getötet
Bangui (idea) – Bei Kämpfen in der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, Bangui, ist ein Kirchengebäude beschossen worden. Dabei starben sieben Gottesdienstbesucher. Zahlreiche weitere wurden verletzt, darunter auch Kinder. Bei Zusammenstößen zwischen Einwohnern und Rebellen des Bündnisses Seleka („Allianz“) wurden Mitte April insgesamt mindestens 17 Menschen getötet. Das berichten verschiedene Medien unter Berufung auf Augenzeugen sowie Polizei und Krankenhäuser. „Zwei Granaten schlugen im Kirchengebäude ein, eine weitere im Pfarrgarten“, sagte Pfarrer Mbyae Bondoi, der auch Generalsekretär der Evangelischen Allianz in der Zentralafrikanischen Republik ist. Unklar war, ob das Kirchengebäude gezielt oder aus Versehen beschossen wurde. Nach Angaben der Polizei kam es zu den Zusammenstößen, als die Rebellen in Bangui nach Waffen suchten. Der Chef der Seleka-Koalition und Übergangspräsident Michel Djotodia beschuldigte das Lager des gestürzten Staatschefs François Bozizé, für die Toten verantwortlich zu sein. Die Séléka-Rebellen unter Djotodia hatten die zentralafrikanische Hauptstadt am 24. März eingenommen, Bozizé floh daraufhin ins Ausland. Die Zentralafrikanische Republik ist seit der Unabhängigkeit von Frankreich 1960 immer wieder Schauplatz von Militärrevolten und Aufständen. Das Land hat rund 3,7 Millionen Einwohner, von denen etwa 70 Prozent Christen, 15 Prozent Moslems und die meisten anderen Anhänger von Naturreligionen sind.