02.12.2013

Kenia: „Weiße Witwe“ als Drahtzieherin gesucht

Ließ eine britische Terroristin Pastoren ermorden?

Kenia: „Weiße Witwe“ als Drahtzieherin gesucht

Ließ eine britische Terroristin Pastoren ermorden?

 

Mombasa (idea) – Eine der am meisten gesuchten radikal-islamischen Terroristinnen soll für den Tod von zwei protestantischen Pastoren in Kenia verantwortlich sein. Die auch als „weiße Witwe“ bekannte Britin Samantha Lewthwaite wird von der Polizei in der Hafenstadt Mombasa verdächtigt, die Morde an den Pfingstpastoren Charles Mathole und Ibrahim Kithaka veranlasst zu haben. Mathole wurde am 20. Oktober von Gottesdienstbesuchern der Redeemed Gospel Church (Gemeinde des Evangeliums der Erlösung) erschossen in seinem Gemeindebüro aufgefunden. Auf dem Schoß hatte er seine Bibel, mit der er seine Predigt vorbereiten wollte. Kithakas Leiche wurde am selben Tag etwa 50 Kilometer nördlich von Mombasa am Straßenrand unter Büschen entdeckt. Er war erwürgt worden. (siehe AKREF)

Rache für Geheimdienstkontakte?

Lewthwaite, die am 5. Dezember 30 Jahre alt wird, ist verdächtig, für die somalische Terrorgruppe El Shabab (Die Jugend) tätig zu sein, die auch Anschläge in Kenia verübt hat. So soll sie im Sommer 2012 Drahtzieherin einer Handgranatenattacke auf eine Bar in Mombasa gewesen sein. Drei Personen, die während der Fußball-Europameisterschaft die Fernsehübertragung des Viertelfinalspiels zwischen England und Italien verfolgten, kamen zu Tode. Sie wird auch verdächtigt, in die Erstürmung eines Einkaufszentrums in Nairobi am 21. September 2013 verwickelt gewesen zu sein. Dabei kamen 68 Menschen ums Leben. Lewthwaite lebt im Untergrund in Afrika. Sie soll nach Angaben des Informationsdienstes World Watch Monitor die Ermordung der beiden Pastoren angeordnet haben, weil sie diese verdächtigte, mit kenianischen Geheimdiensten zusammenzuarbeiten. Die Geistlichen sollten Informationen über Rekrutierungsversuche der Shabab-Miliz liefern.

Witwe eines Selbstmordattentäters

Lewthwaite ist in England in einer christlichen Soldatenfamilie aufgewachsen. Nach der Scheidung ihrer Eltern im Jahr 1994 fand sie Trost bei muslimischen Nachbarn und konvertierte als 17-Jährige zum Islam. Sie studierte Religion und Politik und heiratete den ebenfalls zum Islam übergetretenen gebürtigen Jamaikaner Germaine Lindsay in einer muslimischen Trauzeremonie. Lindsay verübte zusammen mit drei weiteren islamischen Selbstmordattentätern am 7. Juli 2005 Anschläge auf die Londoner U-Bahn. Dabei kamen 56 Menschen ums Leben; mehr als 700 wurden verletzt. Später ging Lewthwaite nach Afrika und schloss sich der Shabab-Miliz an. Seither wurde sie von der Presse als „weiße Witwe“ bezeichnet.