03.12.2013

Pakistan: Christen fliehen aus Angst vor Anschlägen

Über 7.000 Familien haben das muslimisch dominierte Land verlassen

Pakistan: Christen fliehen aus Angst vor Anschlägen

Über 7.000 Familien haben das muslimisch dominierte Land verlassen

Frankfurt am Main (idea) – Aus Angst vor Anschlägen muslimischer Extremisten fliehen immer mehr Christen aus Pakistan. Über 7.000 Familien hätten das Land seit dem Selbstmordanschlag auf die anglikanische Allerheiligenkirche in Peschawar am 23. September verlassen, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) mit Sitz in Frankfurt am Main. Dabei waren 127 Gottesdienstbesucher und ein muslimischer Wachmann ums Leben gekommen. Shahidullah Shahid, Sprecher der extremistischen Organisation „Tehreek-e-Taliban Pakistan“, verteidigte den Terrorangriff; er stehe im Einklang mit dem islamischen Religionsgesetz Scharia. Aus Angst vor weiteren Attentaten, etwa in der Weihnachtszeit, sowie wegen mangelnder Unterstützung der Verletzten und Hinterbliebenen flüchten laut IGFM viele Christen in Richtung Thailand. Von dort aus wollten sie in die USA, nach Australien oder nach Europa gelangen. In der Region um Lahore und Faisalabad war es in den vergangenen zwei Jahren vermehrt zu Übergriffen auf christliche Siedlungen gekommen. Außerdem gab es Aufrufe, „christenfreie“ Zonen zu schaffen. Obwohl Kirchen seit Jahren bewacht werden, befürchten Mitarbeiter christlicher Hilfsorganisationen eine Ausweitung der Gewalt besonders an den Weihnachtstagen. Von den 174 Millionen Einwohnern Pakistans sind etwa 95 Prozent Muslime, zwei Prozent Christen sowie zwei Prozent Hindus und der Rest Sikhs, Buddhisten und Anhänger anderer Religionen.