03.12.2013

Syrien: Terroristen erobern christlichen Wallfahrtsort

Drei Christen getötet, weil sie ihrem Glauben nicht abschwören wollten

Syrien: Terroristen erobern christlichen Wallfahrtsort

Drei Christen getötet, weil sie ihrem Glauben nicht abschwören wollten

Maalula (idea) – In Syrien haben radikal-islamische Rebellen den christlichen Wallfahrtsort Maalula erobert und Nonnen aus dem orthodoxen Thekla-Kloster verschleppt. Nach Angaben des katholischen Fidesdienstes brachten sie drei Christen um, die sich weigerten, ihrem Glauben abzuschwören. Außerdem nahmen sie Geiseln, darunter auch Kinder. Scharfschützen kontrollieren die Zufahrten zu dem rund 2.000 Einwohner zählenden Bergdorf nördlich von Damaskus und erschweren die Lebensmittelversorgung. Bereits am 7. September hatten Kämpfer der islamischen Al-Nusra-Front, die dem Terrornetzwerk El Kaida nahesteht, den Ort überfallen. Mit dem Ruf „Allahu akbar“ (Allah ist groß) griffen sie orthodoxe Kirchen an, verbrannten Ikonen und rissen das Kreuz von der Kuppel des Sergios-Klosters. Drei Tage später wurden die Kämpfer von der syrischen Armee vertrieben; seither gab es täglich Gefechte. Maalula gehört zu den Weltkulturstätten der Unesco. Der Ort zählte wegen der Kirchen und Höhlenklöster aus dem ersten Jahrhundert zu den wichtigsten Pilger- und Touristenorten Syriens. Aufgrund des Bürgerkrieges sind neun Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht. Inzwischen leben etwa 450.000 Christen im Ausland. Nach Schätzungen sollen im syrischen Bürgerkrieg in zweieinhalb Jahren mindestens 110.000 Menschen umgekommen sein. Von den 21 Millionen Einwohnern des Landes waren vor dem Bürgerkrieg 90 Prozent Muslime und 6,3 Prozent Christen, davon jeweils drei Prozent Katholiken und Orthodoxe plus kleine Gruppen von Protestanten. Die übrige Bevölkerung bestand aus Nichtreligiösen oder Anhängern anderer Religionen. Die Christen sind zwischen die Fronten von Regierung und Rebellen geraten. Sie genossen unter dem Regime von Baschar al-Assad relative Glaubensfreiheit; von den Aufständischen werden sie als seine Verbündeten verfolgt und verschleppt.