04.12.2013

USA: Werden Juden aufgeschlossener für Jesus?

„Juden für Jesus“: „Welle des Heiligen Geistes“ in Israel

USA: Werden Juden aufgeschlossener für Jesus?

„Juden für Jesus“: „Welle des Heiligen Geistes“ in Israel

San Francisco/New York (idea) – Werden Juden aufgeschlossener für Jesus? Nach Auffassung von David Brickner (San Francisco/Kalifornien), Direktor der internationalen Organisation „Jews for Jesus“ (Juden für Jesus), wenden sich gegenwärtig vor allem in Israel Juden dem Glauben an Jesus Christus als dem verheißenen Messias zu. Bei einer evangelistischen Aktion in Beersheba hätten mehr als 800 Juden ein hebräisches Neues Testament angefordert, sagte Brickner der Internetzeitung Christian Post. Er halte dies für den Beginn einer neuen „Welle des Heiligen Geistes“, nachdem sich in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts Tausende US-amerikanischer Juden und in den achtziger und neunziger Jahren Scharen russischer Juden dem Glauben an Jesus zugewandt hätten. Sie verstehen sich nicht als Christen, sondern als „messianische Juden“ und praktizieren weiterhin die jüdischen Rituale. In Israel wird die Zahl der Juden, die an Jesus glauben, auf 10.000 bis 15.000 geschätzt.

Jeder dritte Befragte: Juden können an Jesus glauben

Traditionell stehen ihnen Juden skeptisch bis ablehnend gegenüber, weil sie ihnen unterstellen, sie wollten Juden zum Christentum bekehren. Aus einer neuen Umfrage des Pew-Forschungsinstituts (Washington) in den USA schließen jedoch manche Beobachter, dass sich diese Haltung abschwächt. Mehr als ein Drittel (34 Prozent) aller 3.475 Befragten sagten, für sie sei es mit der jüdischen Identität vereinbar, an Jesus als den Messias zu glauben. Der Präsident der messianischen Organisation „Chosen People Ministries“ (Missionswerk Auserwähltes Volk), Mitch Glaser (New York), sieht darin ein Anzeichen für „ein weniger feindseliges, aufgeschlosseneres Klima“. Zwar „hungerten“ Juden nicht gerade nach Jesus, aber es tue sich eine neue Chance auf, das Evangelium zu verbreiten.

Die meisten Juden definieren sich nicht über ihre Religion

Brickner sieht die Lage skeptischer. Ein Ergebnis der Umfrage ist, dass sich immer weniger Juden in den USA über ihre Religion definieren. 62 Prozent sagen aus, dass sie aufgrund ihrer Herkunft und Kultur Juden seien, 23 Prozent aufgrund von Abstammung, Kultur und Religion und 15 Prozent allein aus religiösen Gründen. Je lockerer die Verbindung eines Juden zu seinem Glauben sei, desto eher sei er bereit anzuerkennen, dass es Juden gebe, die an Jesus glauben, gab Brickner zu bedenken. Die meisten religiösen Juden hielten dies nach wie vor für undenkbar. In den USA leben etwa 5,4 Millionen Juden.