06.12.2013

Deutschland: Christliche Werte in die Medienwelt tragen

Verabschiedung des langjährigen Geschäftsführers des Christlichen Medienverbundes KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten), Wolfgang Baake, und der Einführung seines Nachfolgers, Christoph Irion.

Deutschland: Christliche Werte in die Medienwelt tragen

Verabschiedung des langjährigen Geschäftsführers des Christlichen Medienverbundes KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten), Wolfgang Baake, und der Einführung seines Nachfolgers, Christoph Irion.

Wetzlar (idea) – Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder (Berlin), hat die Bedeutung christlicher Medien- und Öffentlichkeitsarbeit unterstrichen. „Wenn Gott aus der Gesellschaft verdrängt wird, dann verschwindet die Menschlichkeit“, sagte er am 6. Dezember in Wetzlar (Mittelhessen). Der Glaube gehöre existenziell zum menschlichen Leben und wirke in die gesellschaftliche Diskussion hinein. Kauder sprach vor rund 200 geladenen Gästen aus Politik, Publizistik und Kirche bei einer Festveranstaltung zur Verabschiedung des langjährigen Geschäftsführers des Christlichen Medienverbundes KEP (Konferenz Evangelikaler Publizisten), Wolfgang Baake, und der Einführung seines Nachfolgers, ChristophIrion. Der Auftrag der KEP, die christliche Botschaft und ihre Werte über die Medien in die Gesellschaft zu tragen, sei heute notwendiger denn je, so Kauder, da sich die Menschen vornehmlich am Zeitgeist orientierten. Er erinnerte an Forderungen nach einer Säkularisierung christlicher Feste und Bräuche, etwa der Martinsumzüge, oder einer Umbenennung von Weihnachtsfeiern. Es habe ihn erfreut, dass sich Muslime als Erste dagegen ausgesprochen hätten. Nach ihrer Ansicht sollten Christen ihre Feiertage behalten wie auch Muslime etwa ihr Zuckerfest.

Koalitionsvertrag enthält viel „C“

Kauder würdigte Baakes Verbindungen in die Politik. Er ermutige politisch Verantwortliche und rede nicht verächtlich von ihrem oft mühsamen Dienst, bei dem sie schwierige Kompromisse schließen müssten. Kauder verteidigte in dieser Hinsicht den mit der SPD ausgehandelten Koalitionsvertrag: Dieser enthalte so viel „C“ wie bisher keine andere Regierungsvereinbarung unterschiedlicher Parteien in der Nachkriegszeit. Dazu zähle etwa das Eintreten für Glaubensfreiheit.

Baake: In Berlin für Verfolgte eintreten

An der Festveranstaltung waren neben Kauder weitere Prominente aus Politik, Theologie und Kirche zugegen, etwa der Vizepräses der EKD-Synode und frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (Nürnberg), der Vorsitzende der CDU-Fraktion im hessischen Landtag, Christean Wagner (Wiesbaden), und der Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Präses Michael Diener (Kassel). Baake, der am 6. Dezember 63 Jahre alt wurde, amtierte seit 1982 als KEP-Geschäftsführer. Künftig wird er hauptamtlich als Beauftragter der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz von Bundestag und Bundesregierung tätig sein. Insbesondere liegt ihm, wie er sagte, das Schicksal verfolgter Christen am Herz. Für ihre Anliegen wolle er sich auch im Gespräch mit Politikern einsetzen.

Chefredakteur: Klare Standpunkte sind gefragt

Baakes Nachfolger bei der KEP, der Journalist und Diplom-Politologe Irion, war zuletzt zehn Jahre lang Chefredakteur des Reutlinger General-Anzeigers. Der 49 Jahre alte Baptist bezeichnete es als eine bleibende Aufgabe der 1975 gegründeten KEP, sich für „mehr Evangelium“ in den Medien einzusetzen. Dabei gelte es, verstärkte die digitalen Kommunikationsformen zu nutzen, etwa Soziale Netzwerke im Internet. Der Chefredakteur der Regionalzeitung „Westfalenpost“, Stefan Hans Kläsener (Hagen), ermutigte Christen dazu, ihre Standpunkte in den Medien klar zu vertreten. Es gebe dort viel „Laues“, sagte der Katholik. Gleichzeitig sollten Christen im Sinne der Nächstenliebe ein „menschenfreundliches Bild“ vermitteln. Um sich in der Medienwelt zu behaupten, müssten Christen ihren Beruf als „Berufung“ ansehen, so Kläsener. Die KEP vertritt die medienpolitischen Interessen der Deutschen Evangelischen Allianz. Der Medienverbund gibt das Medienmagazin „pro“ und die Zeitschrift „Israelreport“ heraus, die sechs Mal pro Jahr erscheinen, kostenlos verbreitet werden und laut KEP jeweils eine Auflage von über 80.000 Exemplaren haben. Außerdem wird wöchentlich über das Internet das Magazin ProKompakt verbreitet. Ferner betreibt die KEP, die sich ausschließlich durch Spenden finanziert, die Christliche Medienakademie und ein Medien- und Korrespondentenbüro in Israel. Vorstandsvorsitzende des Medienverbundes ist Margarete Hühnerbein (Haiger/Mittelhessen).