07.12.2013

Zentralafrikanische Republik: Überall Angst und Schrecken

Bangui (Fidesdienst) - “Im ganzen Land herrscht Angst und Schrecken”, so Pfarrer Anicet Assingambi von der Pfarrei San Carlo in Lwanga, nördlich von der Hauptstadt Bangui, in einem Bericht an Caritas Internationalis. Zehntausende Menschen suchten in Kirchen in Bangui und anderen Teilen des Landes Zuflucht.

“Rund 5.000 Menschen sind in Gebäuden der Pfarrei untergebracht” so Pfarrer Assingambi. “Es fehlen Hilfsmittel für diese Menschen“, so der katholische Geistliche. Die Wohnungen der Menschen wurden geplündert und viele haben ihre Angehörigen verloren und trauern. Wir singen und beten mit den Vertriebenen, in der Hoffnung, dass wir sie so beruhigen können. Soviel Böses haben wir hier noch nie gesehen. Wir vertrauen auf Gott und bitten alle Gläubigen um ihr Gebet”.
Wie aus einer Verlautbarung hervorgeht, die dem Fidesdienst vorliegt, haben die Mitarbeiter der Caritas derzeit nicht die Möglichkeit, die Bevölkerung mit Hilfsmitteln zu versorgen. Nach Caritasberichten leben in Bossangoa im Norden des Landes außerdem rund 40.000 Menschen in provisorischen Unterkünften in der Nähe der katholischen Mission, rund 1.600 Personen suchten Zuflucht in einer Schule. In einem Appell fordert die katholische Kirche der Zentralafrikanischen Republik einen umgehenden Waffenstillstand, damit Hilfsgüter im Land verteilt werden können. (L.M.)

Über 300 Menschen starben bei den Ausschreitungen zwischen Rebellen und “Anti-Balaka”-Milizen in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, am 5. und 6. Dezember.
Zwei im Land tätige Missionare der Karmeliten berichten dem Fidesdienst von Vertriebenen, die in katholischen Pfarreien und Missionen Zuflucht suchen. P. Federico Trinchero arbeitet in der Nission des Karmels in Bangui: „Nach einer relativ ruhigen Nacht vom 5. auf den 6. Dezember kam es um sechs Uhr morgens erneut zu Schusswechseln in verschiedenen Teilen der Stadt. Die Kämpfer gingen von Haus zu Haus, und rund 2000 Menschen aus der Umgebung suchten Schutz in unserem Karmel.