08.12.2013

Zentralafrikanische Republik: Zwei Bibelübersetzer tot

Im Bürgerkrieg kommen immer mehr unbeteiligte Christen um

Zentralafrikanische Republik: Zwei Bibelübersetzer tot

Im Bürgerkrieg kommen immer mehr unbeteiligte Christen um

Bangui (idea) – Im Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik kommen immer mehr unbeteiligte Christen um. Das berichten die Partner der Wycliff-Bibelübersetzer, die in der Hauptstadt Bangui bereits zwei Mitarbeiter verloren haben. Seitdem die radikal-islamische Seleka-Bewegung im März die Regierung des von Christen unterstützten Staatspräsidenten Francois Bozizé gestürzt hat, versinkt das Land im Chaos. Christen, die um ihr Leben fürchten, organisieren Bürgerwehren. Doch die Mitglieder der „Anti-Balaka-Milizen“ (Gegen die Macheten) üben auch Rache an Muslimen. Dadurch heizen sie die Spirale der Gewalt weiter an. In Bangui nähmen Plünderungen und Hinrichtungen zu, heißt es in den Berichten. Täglich werden Massaker an Christen und Muslimen verübt, so dass Beobachter bereits von einem drohenden Völkermord sprechen. Der Bibelüübersetzer Elisée Zama wurde Anfang Dezember erschossen, als er seine Familie zum internationalen Flughafen der Hauptstadt bringen wollte. Dorthin sind Tausende geflüchtet, weil rund 400 französische Soldaten für die Sicherheit sorgen. Zama hinterlässt eine Frau und drei kleine Kinder. Von den Bibelübersetzern wird die Entsendung weiterer französischer Truppen begrüßt. Dies könne die Zivilbevölkerung wirkungsvoll schützen. Zuvor hatten Leiter verschiedener Kirchen und christlicher Dachverbände die internationale Staatengemeinschaft um schnelle humanitäre und militärische Hilfe gebeten.

Präsident als „Verteidiger der Muslime“

Vor der württembergischen Landessynode hatte der Missionsreferent in der Kirchenleitung, Kirchenrat Klaus Rieth (Stuttgart) kürzlich auf die anhaltende Gewalt gegen Christen in der Zentralafrikanischen Republik hingewiesen. Übergangspräsident Michel Djotodia habe sich im April 2012 in einem Brief an die Organisation der Islamischen Kooperation als „Verteidiger der Muslime“ vorgestellt, alle Christen als Lügner bezeichnet und die Einführung des islamischen Religionsgesetzes, der Scharia, versprochen. Bis heute habe sich Djotodia nicht von diesem Brief distanziert. Trotz ihres Reichtums an Rohstoffen, besonders Diamanten, gehört das Land zu den ärmsten Staaten Afrikas. Die Lebenserwartung liegt unter 50 Jahren, die Kindersterblichkeitsrate beträgt mancherorts 25 Prozent. Katholiken und Protestanten stellen jeweils rund 25 Prozent der rund fünf Millionen Einwohner; 15 Prozent sind Muslime und der Rest Anhänger von Naturreligionen.