10.12.2013

Nordkorea: US-Missionar seit über einem Jahr in Haft

Diktator Kim Jong-Un baut Straflager aus

Nordkorea: US-Missionar seit über einem Jahr in Haft

Diktator Kim Jong-Un baut Straflager aus

 

Pjöngjang (idea) – Seit über einem Jahr hält das kommunistisch regierte Nordkorea einen amerikanischen Missionar in Haft: Kenneth Bae (46) wurde am 3. November 2012 in der Hafenstadt Rajin im Nordosten des Landes unter dem Vorwurf verhaftet, er plane einen politischen Umsturz. Später wurde er zu 15 Jahren Straflager verurteilt. Von China aus hatte er als Reiseführer Touristen nach Nordkorea begleitet. Wie die Internetzeitung Christian Post berichtet, wurde kein anderer Amerikaner seit dem Ende des Koreakrieges 1953 je so lange inhaftiert. Eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus in Washington, Caitlin Hayden, rief die Regierung in Pjöngjang dazu auf, „Bae zu amnestieren und sofort freizulassen“. Dessen Familienangehörige gehen davon aus, dass er vor allem wegen seines christlichen Glaubens inhaftiert wurde. Seine Schwester Terry Chang meinte: „Vielleicht war er ein bisschen übereifrig.“ Er sei ein Mann mit einem „großen Herzen für die Menschen in Nordkorea“.

US-Veteran überraschend freigelassen

Unterdessen hat die Regierung in Pjöngjang einen vor über einer Woche verhafteten ehemaligen US-Soldaten, Merrill Newmann, überraschend freigelassen. Dem 85-Jährigen wurde ebenfalls vorgeworfen, einen politischen Umsturz zu planen. Er kam frei, nachdem er ein vierseitiges „Geständnis“ unterzeichnet hatte. Darin entschuldigt er sich für Verbrechen, die er im Koreakrieg begangen habe, und wegen „feindlicher Übergriffe“ bei seinem jüngsten Besuch. Nach Angaben der Christian Post gilt das Geständnis als erzwungen.

Diktator Kim Jong-Un baut Straflager aus.

Wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International mitteilt, lässt Nordkoreas Diktator Kim Jong-Un derzeit die Straflager im Land weiter ausbauen. Das größte sei 560 Quadratkilometer groß. Das sei das Dreifache der US-Hauptstadt Washington. Christliche Hilfswerke gehen davon aus, dass in Nordkorea bis zu 200.000 Personen aus politischen und religiösen Gründen inhaftiert sind. Nach Angaben der „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ (Uhldingen/Bodensee) schätzen Beobachter, dass sich darunter mindestens 30.000 Christen befinden. Sie gelten als Staatsfeinde, weil sie Gott verehren und nicht die Herrscher-Dynastie. Offiziellen Angaben zufolge sind von den 24 Millionen Einwohnern Nordkoreas etwa 12.000 Protestanten und 800 Katholiken. Es gibt vier staatlich kontrollierte Kirchen. Etwa 100.000 Christen leben im Untergrund.