12.12.2013

Honduras: Ist der Teufel am Werk?

Das mittelamerikanische Land gehört zu den „mörderischsten“ der Welt

Honduras: Ist der Teufel am Werk?

Das mittelamerikanische Land gehört zu den „mörderischsten“ der Welt

Tegucigalpa (idea) – In Honduras ist der Teufel am Werk. Er bringt die Menschen dazu, sich gegenseitig umzubringen. Diese Überzeugung hat ein Bestatter in San Pedro Sula, der zweitgrößten Stadt des mittelamerikanischen Landes, gewonnen. Die rund eine Million Einwohner zählende Stadt gilt als eine der „mörderischsten“ der Welt. Täglich werden in ganz Honduras durchschnittlich 20 Menschen getötet. Bei einer Gesamtbevölkerung von rund acht Millionen sind das 85,5 Morde pro 100.000 Einwohner. In San Pedro Sula liegt die Rate bei 173 pro 100.000. Zum Vergleich: In New York mit 8,3 Millionen Einwohnern kommen 3,8 Tötungsdelikte auf 100.000 Personen. Der Hauptgrund für die außergewöhnlich hohe Mordrate in Honduras sind Bandenkämpfe und Drogenhandel. So kommt etwa 80 Prozent des Kokains, das in die USA gebracht wird, über Honduras ins Land. „Hier werden Menschen abgeschlachtet, als ob sie Hühner wären“, erklärt der Bestatter, der nach Angaben der Internet-Zeitung Christian Post aus Sicherheitsgründen nur „Lucas“ genannt werden will. Er sei seit seinem 15. Lebensjahr im Bestattungsgeschäft tätig. Damals seien die Menschen meist eines natürlichen Todes gestorben. Heute sei das selten: „Jetzt sehen wir meist geköpfte Leichen oder Körper mit sechs bis zehn Einschüssen.“ Daraus zieht Lucas den Schluss, dass Honduras zur „Räuberhöhle“ des Teufels geworden sei. Menschen, die um ihre getöteten Angehörigen – darunter auch viele Kinder – trauern, verlören ihren Glauben an Gott.

Instabile Regierung

Auch politisch ist das Land instabil. Am 24. November fanden Präsidentschaftswahlen statt, bei denen nach offiziellen Angaben die Nationalpartei von Juan Orlando Hernandez knapp 37 Prozent der Stimmen erhielt. Damit wurde der Präsident im Amt bestätigt. Doch die Opposition kritisiert, dass bei den Wahlen nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sei, dass es Betrug und Stimmenkauf gegeben habe. Die Anführerin der linksgerichteten Partei Libre, Xiomira Castro, die knapp 29 Prozent der Stimmen erhalten haben soll, will die Wahl anfechten. Die Ehefrau des vor vier Jahren gestürzten Ex-Präsidenten Manuel Zelaya rief ihre Anhänger zu Demonstrationen auf. Die neue Anti-Korruptionspartei unter Führung von Salvador Nasralla erhielt 13,5 Prozent. In Honduras sind von den acht Millionen Einwohnern etwa 85 Prozent Katholiken und 15 Prozent Protestanten, vorwiegend Evangelikale.