16.12.2013

Nordkorea: Christen im Ausland in Sorge

Pjöngjang/Peking (idea) - Das kommunistische Regime Nordkoreas hat einige seiner Landleute aus China zurückgerufen. Medienberichten zufolge sind vor allem Geschäftsleute betroffen, die Handel mit China betreiben. Doch auch Christen sind in Sorge, dass sie nach ihrer Rückkehr Opfer von staatlichen Übergriffen werden. Wie es heißt, könnte die Anweisung mit der Hinrichtung des Onkels von Machthaber Kim Jong-Un, Chang Song Taek, im Zusammenhang stehen. Nach einem Militärprozess wurde er am 12. Dezember als „Verräter“ exekutiert. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA wurden Chang Fraktionsbildung, Korruption, Ausverkauf von Rohstoffen des Landes an China sowie „Frauengeschichten“ vorgeworfen. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, haben 10 Nordkoreaner „sehr schnell“ die chinesische Wirtschaftsmetropole Dandong verlassen. Drei Nordkoreaner, die seit Jahren in der chinesischen Sonderverwaltungszone und früheren portugiesischen Kolonie Macao wohnen, wurden nach Pjöngjang beordert.

Appell an China: Rückführungspolitik beenden

Unterdessen hat die US-Menschenrechtsgruppierung Nordkoreanische Freiheitskoalition (Fairfax/Bundesstaat Virginia) mit einer Unterschriftenaktion Chinas Präsident Xi Jinping (Peking) auffordert, die gewaltsame Rückführungspolitik von Nordkoreanern zu beenden. 8.000 Menschen in 28 Nationen haben die Petition unterschrieben. Angefügt ist eine Liste mit den Namen von Hunderten ehemals in China lebenden Nordkoreanern, die gegen ihren Willen in ihre Heimat zurückgebracht wurden und dort verschwunden sind. Es wird vermutet, dass sie umgebracht wurden. Darunter sind auch einige Christen.

Auch von Christen fehlt jede Spur

Geschildert wird das Schicksal der 15-jährigen Noh Yea Ji, die mit acht anderen Waisenkindern nach Laos geflüchtet war. Ein Missionarsehepaar aus Südkorea kümmerte sich in China um diese Waisenkinder. Als die Neun schließlich im Mai dieses Jahres nach Südkorea ausgeflogen werden sollten, wurden sie gezwungen, das Flugzeug zu verlassen und in eine Maschine nach Pjöngjang umzusteigen. Sie wurden noch einmal kurz in einem Propagandafilm des Regimes gezeigt; seither fehlt von ihnen jede Spur. Das gilt auch für den amerikanischen Pastor Kim Dong Shik. Während der Paraolympischen Spiele 1996 in Atlanta (US-Bundesstaat Georgia) betreute der nach einem Verkehrsunfall behinderte Theologe Sportler aus Nordkorea. Das weckte in ihm den Wunsch, mehr für die Menschen dort zu tun. Er zog mit seiner Frau nach China und betreute Flüchtlinge aus Nordkorea. Er wurde bereits im Jahr 2.000 entführt. Es wird vermutet, dass er umgebracht wurde. Anfragen nach seinem Schicksal wurden von den nordkoreanischen Behörden nicht beantwortet. Das 24 Millionen Einwohner zählende Nordkorea gilt als Land mit der schärfsten Christenverfolgung. Menschenrechtler schätzen, dass mindestens 30.000 Christen in Straflagern gefangen gehalten werden. Dennoch wachse die christliche Gemeinde. Etwa 100.000 Christen versammelten sich im Untergrund.