22.12.2013
Iran: Sicherheitskräfte durchsuchen Wohnungen von Christen
Bibel und christliche Literatur beschlagnahmt
Iran: Sicherheitskräfte durchsuchen Wohnungen von Christen
Bibel und christliche Literatur beschlagnahmt
Karadsch (idea) – Sicherheitskräfte haben in der iranischen Metropole Karadsch Razzien in den Wohnungen von vier Christen durchgeführt. Wie die Menschenrechtsorganisation „Christian Solidarity Worldwide“ (Christliche Solidarität Weltweit) berichtet, handelt es sich um die Heime von Silas Rabbani, Amin Khaki sowie eines nicht namentlich genannten Christen. Außerdem wurde das Haus von Kristina Irani durchsucht; ihr Ehemann ist der inhaftierte Pastor Behnam Irani. Obwohl die Häuser nicht als Versammlungsräume für Gottesdienste genutzt wurden, seien bei den Razzien Bibeln und christliche Literatur beschlagnahmt worden. Außerdem hätten die drei Männer Vorladungen zu einer gerichtlichen Anhörung erhalten. Bei Frau Irani wurde auch der Computer beschlagnahmt. Zudem sei ihr und ihren beiden Kindern gedroht worden. Ihren Mann, der wegen „Aktivitäten gegen den Staat“ 2011 zu sechs Jahren Haft verurteilt worden war und im Ghezal Hesar-Gefängnis sitzt, darf die Frau nur einmal alle zwei Wochen besuchen.
Hoffnung auf Stärkung der Menschenrechte wurde enttäuscht
Der Leiter der Menschenrechtsorganisation „Christian Solidarity Worldwide“, Mervyn Thomas, verurteilte die Razzien als „Schickanierung unschuldiger Bürger“. Der Amtsantritt von Präsident Hassan Ruhani habe zunächst hoffen lassen, dass die Menschenrechte im Iran in naher Zukunft wieder an Bedeutung gewinnen würden. Die jüngsten Vorfälle so kurz vor Weihnachten zeigten aber, dass es zu einem „gefühllosen und alljährlichem Ritual“ geworden sei, Christen auch kurz vor deren zweitwichtigstem Fest zu drangsalieren und zu inhaftieren. Die Behörden forderte Thomas auf, keine Anklagen gegen die vier Christen zu erheben. So könnten sie beweisen, dass nationale und internationale Rechte wie die Religionsfreiheit im Iran auch für Christen gölten.
Open Doors: Konvertiten leiden unter „extremer Unterdrückung“
Nach Angaben des Hilfswerkes „Open Doors“ (Kelkheim) werden in dem Land gezielt Pastoren schikaniert und verfolgt, die die christliche Botschaft in der Landessprache Farsi verkündigen. Viele von ihnen seien in diesem Jahr verhaftet oder vom Geheimdienst vorgeladen worden. Sie hätten die Anweisung erhalten, alle gemeindebezogenen Aktivitäten für 90 Tage einzustellen oder das Land zu verlassen. Laut Open Doors leiden vor allem zum Christentum übergetretene Muslime unter „extremer Unterdrückung“. Die Verbreitung von Bibel bestrafe das Regime mit Haft und anderen harten Maßnahmen. Von den 76,4 Millionen Einwohnern des Iran sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Konvertiten zum christlichen Glauben wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orth