22.12.2013
Syrien: Weltkirchenrat ruft zum Gebet für entführte Geistliche auf
12 Nonnen wurden Anfang Dezember verschleppt, zwei Erzbischöfe schon im April
Syrien: Weltkirchenrat ruft zum Gebet für entführte Geistliche auf
12 Nonnen wurden Anfang Dezember verschleppt, zwei Erzbischöfe schon im April
Genf (idea) – Zum Gebet für die Anfang des Monats in Syrien verschleppten Nonnen und zwei bereits seit April verschwundene Erzbischöfe hat der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Olaf Fykse Tveit (Genf), aufgerufen. „Kurz vor Weihnachten ist es wichtig, dass wir uns in unseren Gebeten und Gedanken daran erinnern, dass die 12 Nonnen sowie die beiden Erzbischöfe Ibrahim und Yazigi immer noch vermisst werden“, erklärte er am 20. Dezember. Am 2. Dezember hatten radikal-islamische Rebellen den christlichen Wallfahrtsort Maalula erobert und Nonnen aus dem orthodoxen Thekla-Kloster verschleppt. Bereits seit acht Monaten werden der syrisch-orthodoxe Erzbischof von Aleppo, Mor Gregorios Yohanna Ibrahim, und der griechisch-orthodoxe Erzbischof von Aleppo und Iskenderun, Boulos Yazigi, vermisst. Sie waren am 22. April auf dem Rückweg von Bab Al-Hawa an der Grenze zur Türkei nach Aleppo, als ihr Wagen von einer bewaffneten Gruppe gestoppt wurde. Der Fahrer wurde ermordet, während die Erzbischöfe unversehrt geblieben sein sollen.
Zivilisten nicht als „menschliche Schutzschilde“ missbrauchen
Wie Tveit weiter sagte, werden die Nonnen und die Bischöfe von ihren Gemeinden und Familien vermisst. Das verstärke den Schmerz über das anhaltende Leid der syrischen Bevölkerung noch. Es sei traurig und tragisch, dass tausende Syrer in Gefängnissen verschwunden seien. Der Weltkirchenrat fordere die Akteure auf allen Seiten dazu auf, Zivilisten zu verschonen und sie nicht als „menschliche Schutzschilde“ zu missbrauchen, erklärte Tveit. Die internationale Gemeinschaft rief er auf, sich solidarisch mit Entführungsopfern zu zeigen und dafür zu sorgen, dass sie bald freikämen.
Neun Millionen Menschen auf der Flucht
Aufgrund des Bürgerkrieges sind neun Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht. Inzwischen leben etwa 450.000 Christen im Ausland. Nach Schätzungen sollen im syrischen Bürgerkrieg in zweieinhalb Jahren mindestens 110.000 Menschen umgekommen sein. Von den 21 Millionen Einwohnern des Landes waren vor dem Bürgerkrieg 90 Prozent Muslime und 6,3 Prozent Christen, davon jeweils drei Prozent Katholiken und Orthodoxe plus kleine Gruppen von Protestanten. Die übrige Bevölkerung bestand aus Nichtreligiösen oder Anhängern anderer Religionen. Die Christen sind zwischen die Fronten von Regierung und Rebellen geraten. Sie genossen unter dem Regime von Baschar al-Assad relative Glaubensfreiheit; von den Aufständischen werden sie als seine Verbündeten verfolgt und verschleppt.