26.12.2013
Südsudan: WEA ruft zum Waffenstillstand auf
Tausende Tote seit Ausbruch der Kämpfe – Zehntausende auf der Flucht
Südsudan: WEA ruft zum Waffenstillstand auf
Tausende Tote seit Ausbruch der Kämpfe – Zehntausende auf der Flucht
New York/Göttingen (idea) – Die Weltweite Evangelische Allianz hat die Konfliktparteien im Südsudan zu einem sofortigen Waffenstillstand und zur Aufnahme des Dialogs aufgerufen. „Unsere Hoffnung und unser Gebet ist, dass die jüngste Nation der Welt ein Beispiel für andere wird, indem sie den Aufruf in den Psalmen beherzigt, vom Bösen umzukehren, Gutes zu tun und sich für den Frieden einzusetzen“, erklärte der Generalsekretär des Dachverbandes von rund 600 Millionen Evangelikalen, Geoff Tunnicliffe (New York). Er wies darauf hin, dass zahlreiche Kirchen, die mit der Weltallianz verbunden sind, im Südsudan missionarisch tätig sind. Das über 10 Millionen Einwohner zählende afrikanische Land mit überwiegend christlicher und naturreligiöser Bevölkerung hatte am 9. Juli 2011 die Unabhängigkeit vom islamisch geprägten Sudan erlangt. Anhänger von Präsident Salva Kiir kämpfen gegen Verbündete seines ehemaligen Stellvertreters, Riek Machar. Beide stützen sich auf Einheiten des Militärs. Nach Angaben der Vereinten Nationen kamen seit Ausbruch der Kämpfe Mitte Dezember Tausende Menschen ums Leben, Zehntausende seien auf der Flucht. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach von schweren Menschenrechtsverletzungen und rief die Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung zu schützen. Nach einem Beschluss des UN-Sicherheitsrates soll die Zahl der Blauhelmsoldaten im Südsudan deutlich aufgestockt werden: von derzeit 7.000 auf 12.500.
Augenzeugen berichten von Hinrichtungen und Massengräbern
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen) forderte die Vereinten Nationen auf, mehr Menschenrechtsbeobachter in den Südsudan zu entsenden, damit Kriegsverbrechen dokumentiert und Verantwortliche später zur Rechenschaft gezogen werden. Täglich berichteten Augenzeugen von neuen Massengräbern und Hinrichtungen, erklärte der Afrikareferent der Organisation, Ulrich Delius, am 2. Weihnachtsfeiertag. Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker fliehen täglich rund 10.000 Südsudanesen vor der eskalierenden Gewalt. Seit Beginn der Kämpfe seien mindestens 85.000 Menschen geflüchtet. Rund 45.000 hätten in Lagern der UN-Friedenstruppen Zuflucht gesucht. Die Blauhelm-Soldaten seien mit der stetig wachsenden Zahl von Schutzsuchenden „hoffnungslos überfordert“.