21.07.2013
Indien: Orissa:Christen von Gewalt bedroht
Katholische Ordensschwester vergewaltigt - Protestantischer Pastor tot aufgefunden
Indien: Orissa:Christen von Gewalt bedroht
Katholische Ordensschwester vergewaltigt -
Protestantischer Pastor tot aufgefunden
Bhubaneswar (idea) – Im indischen Bundesstaat Orissa sind Christen weiterhin großen Gefahren ausgesetzt. So wurde Anfang Juli eine katholische Ordensfrau eine Woche lang entführt und vergewaltigt. Sie studierte an der Universität von Channai im Bundesstaat Tamil Nadu und war in ihre Heimat zurückgekehrt, um ihre kranke Mutter zu pflegen. Jetzt muss sie selbst psychologisch behandelt werden. Am 14. Juli wurde ein protestantischer Pastor und Arzt in der Nähe von Jeypore tot aufgefunden. Er war drei Tage vermisst. Die Polizei schließt einen Mord nicht aus; es ist allerdings auch möglich, dass er mit seinem Motorrad von einer Flutwelle in einen Fluss gerissen wurde. Der Mitarbeiter der „Blessing Youth Ministries“ (Missionswerk „Segen für die Jugend“) hinterlässt seine Frau und zwei Töchter im Alter von sieben und 15 Jahren. Wie der katholische Informationsdienst Fides berichtet, hat der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Orissa, Thomas Thiruthalil (Balasore), die Vorkommnisse scharf verurteilt. Christen würden oft zu Opfern von Gewalt, weil ihnen hinduistische Extremisten vorwürfen, dass sie Menschen bekehren wollten. Doch wünschten die Christen, in Frieden und Harmonie zu leben. Die Kirche führe einen Dialog mit allen Bevölkerungsgruppen, insbesondere mit Hindus. Die schwersten Ausschreitungen hinduistischer Extremisten gegen Christen in Orissa ereigneten sich vor fünf Jahren. Im August 2008 wurden nach kirchlichen Angaben 96 Christen umgebracht, etwa 50.000 aus mindestens 315 Dörfern vertrieben sowie 252 Kirchen, 4.640 Häuser und 13 Schulen zerstört. Der Bundesstaat mit der Hauptstadt Bhubaneswar hat rund 42 Millionen Einwohner; davon sind schätzungsweise zwei Prozent Christen. Von den 1,2 Milliarden Einwohnern ganz Indiens sind 82 Prozent Hindus, zwölf Prozent Muslime und mindestens drei Prozent Christen. Der Rest gehört anderen Religionen an.