24.07.2013

Vietnam: Religiöse Minderheiten werden unterdrückt

US-Präsident Obama soll Staatspräsident Sang auf Missstände hinweisen

Vietnam: Religiöse Minderheiten werden unterdrückt

US-Präsident Obama soll Staatspräsident Sang auf Missstände hinweisen

Washington (idea) – US-Präsident Barack Obama soll den vietnamesischen Staatspräsidenten Truong Tan Sang auf die mangelnde Religionsfreiheit in seinem Land ansprechen. Das empfiehlt die US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit (Washington). Der Präsident des sozialistisch regierten Landes kommt am 25. Juli zu einem Staatsbesuch nach Washington. Nach Angaben der unabhängigen Kommission, die die US-Regierung über die Religionsfreiheit in einzelnen Ländern informiert, lässt die Lage in Vietnam sehr zu wünschen übrig. Der Staat weite seine Kontrolle über jegliche Religionsausübung aus und unterdrücke nicht-sanktionierte Aktivitäten. Dabei gingen die Behörden sowohl gegen Einzelpersonen wie auch gegen Gruppen unter anderem mit Hilfe der Religionspolizei vor. „Vage“ Sicherheitsgesetze dienten dazu, unerwünschte buddhistische und christliche Aktivitäten zu unterdrücken.

Staat will christliches Wachstum stoppen

Außerdem wolle der Staat das Wachstum des Protestantismus und Katholizismus in ethnischen Minderheiten durch Diskriminierung, Gewalt und erzwungene Absagen vom Glauben stoppen. Die Regierung schüchtere ferner Juristen ein, die sich für Menschenrechte, einschließlich der Religionsfreiheit, engagieren. So sei der Menschenrechtsanwalt Le Quoc Quan am 27. Dezember 2012 in Hanoi verhaftet worden. Wie die scheidende Vorsitzende der US-Kommission, Katrina Lantos Swett, betont, diene es den Beziehungen zwischen den USA und Vietnam, wenn die Religionsfreiheit stärker beachtet würde. Ihr Nachfolger ist der Juraprofessor Robert P. George von der Universität in Princeton (Bundesstaat New Jersey).

Bäuerin ins Gesicht geschlagen

Nach Angaben des US-Zweigs der „Hilfsaktion Märtyrerkirche“ wurde im Juni in Vietnam ein junges Ehepaar, das den christlichen Glauben angenommen hatte, von Beamten drangsaliert. Die Frau sei mit Stöcken ins Gesicht geschlagen worden. Außerdem habe man dem Paar gedroht, ihr Land und damit die Lebensgrundlage als Bauern wegzunehmen, wenn sie nicht zum Buddhismus zurückkehrten. Die Bauern haben drei Söhne im Alter von zehn, zwölf und 14 Jahren. Von den knapp 89 Millionen Einwohnern Vietnams sind 52,5 Prozent Buddhisten, 23,2 Prozent Nicht-Religiöse und 9,4 Prozent Christen, meist Katholiken. 1,3 Prozent sind evangelisch. Der Rest gehört Stammes- oder Naturreligionen an.