27.07.2013

China: Mit dem Christentum wächst der Bibelbedarf

Deutsche Bibelgesellschaft: Viele Chinesen warten noch auf die Heilige Schrift

China: Mit dem Christentum wächst der Bibelbedarf

Deutsche Bibelgesellschaft: Viele Chinesen warten noch auf die Heilige Schrift

Stuttgart (idea) – Mit dem Wachstum des Christentums ins China steigt auch der Bedarf an Bibeln. Darauf macht die Deutsche Bibelgesellschaft (Stuttgart) in einer Sonderausgabe ihrer Zeitschrift „Bibelreport“ aufmerksam. Das Christentum hat in der Volksrepublik einen außergewöhnlichen Aufschwung genommen. Am Ende der maoistischen Kulturrevolution Mitte der siebziger Jahre lebten nach Schätzungen von Missionsgesellschaften etwa 700.000 Christen im Land. Heute haben allein die staatlich anerkannten Kirchengemeinden etwa 19 Millionen Mitglieder. Schätzungen, die die Christen in nicht-registrierten Hausgemeinden einbeziehen, belaufen sich auf bis zu 130 Millionen.

Größte Bibeldruckerei der Welt

Um den Bedarf an Bibeln zu decken, wurde 1987 die Bibel-Druckerei in Nanjing gegründet − als ein Gemeinschaftsprojekt des Chinesischen Christenrates, der Amity-Diakoniestiftung (Hongkong) und des Weltverbandes der Bibelgesellschaften (Reading bei London). 2008 ließen die Partner dort eine moderne Anlage errichten, die größte Bibeldruckerei der Welt. Seit Gründung des Betriebes haben mehr als 100 Millionen Bibeln die Druckerei verlassen. Trotzdem warten viele Chinesen immer noch auf eine eigene Bibel. Ungeachtet des starken Wirtschaftswachstums leben rund 150 Millionen Bürger unterhalb der absoluten Armutsgrenze von weniger als einem US-Dollar (0,75 Euro) pro Tag.

Bibel für Minderheitenvölker

Ferner warten noch viele Minderheitenvölker auf eine eigene Übersetzung der Heiligen Schrift. Laut der chinesischen Volkszählung gehörten im Jahr 2010 etwa 106 Millionen Menschen einem der 55 Minderheitenvölker an. Bibelübersetzungen gibt es inzwischen in neun der Minderheitensprachen. Die China-Partnerschaft des Weltverbandes der Bibelgesellschaften arbeitet an sechs weiteren. Die Partnerschaft bleibe auch rund 30 Jahre nach ihren Anfängen unerlässlich, betont der Geschäftsführer der Deutschen Bibelgesellschaft, Reinhard Adler (Stuttgart). Sie bittet um finanzielle Unterstützung für die Projekte in China.