29.07.2013

Nigeria: Islamische Terrorgruppe verschleppt junge Christen

Schüler und Studenten werden zum Übertritt zum Islam gezwungen

Nigeria: Islamische Terrorgruppe verschleppt junge Christen

Schüler und Studenten werden zum Übertritt zum Islam gezwungen

Abuja (idea) – In Nigeria werden zunehmend christliche Kinder und Jugendliche verschleppt und gezwungen, zum Islam überzutreten. Mädchen werden oft in den Wohnungen eines Emirs oder radikaler Religionsvertreter eingesperrt. Meist stehen diese in Verbindung mit der radikal-islamischen Terrororganisation Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde). Zu den Opfern gehört die Tochter des Pfingstpastors Raymond Uzoechina (Abuja). Sie wurde von Emir Alhaji Yahaya Abubakar in Bida (Bundesstaat Niger) entführt und wird dort weiter festgehalten. Bisher hat der Pastor vergeblich versucht, seine 24-jährige Tochter Charity, die in Bida studierte, freizubekommen. Der Emir habe ihm in seinem Palast mitgeteilt, dass seine Tochter zum Islam übergetreten sei und jetzt unter seiner Vormundschaft stehe. Das habe ein islamisches Gericht festgestellt. Der Pastor versucht, mit Hilfe der staatlichen Justiz gegen den Emir vorzugehen.

Hauptziel: westliche Schulen

Zu den Hauptzielen der Gruppe Boko Haram, die für einen islamischen Gottesstaat kämpft, gehören Schulen. So wurden Anfang Juli in einem Internat in der Nähe der Stadt Potiskum 29 Kinder und ein Lehrer getötet. Die Angreifer setzten ein Verwaltungsgebäude und einen Schlafsaal mit Benzinkanistern in Brand. Nach Angaben des katholischen Informationsdienstes Fides hat der Anführer von Boko Haram, Abubakar Shekau, zu weiteren Anschlägen auf Schulen aufgerufen, die westliche Bildung verbreiten.

USA soll Boko Haram als Terrororganisation einstufen

In den USA versuchen unterdessen christliche Gruppierungen aus Nigeria zu erreichen, dass die Regierung von Präsident Barack Obama Boko Haram als „terroristische Vereinigung“ einstuft. Mehrere Menschenrechtsorganisationen richteten eine entsprechende Petition an Außenminister John Kerry. Mehr als 3.000 Tote gingen auf das Konto der Gruppe, erklärte der Präsident der Christlichen Vereinigung Nigerias, Pastor Ayodele Oritsejafor (Warri), bei Begegnungen mit Kongressabgeordneten in Washington. Von den 165 Millionen Einwohnern des westafrikanischen Landes bekennt sich mehr als die Hälfte zum Islam. Der Anteil der Christen wird auf 40 bis 48 Prozent geschätzt.