17.06.2013
Russland: Neue Pröpstin in Nordostpreussen
Zum ersten Mal ist eine Russlanddeutsche Pröpstin in Königsberg. Der vermutlich letzte von der EKD entsandte Propst ist Stellvertreter
Russland: Neue Pröpstin in Nordostpreussen
Zum ersten Mal ist eine Russlanddeutsche Pröpstin in Königsberg. Der vermutlich letzte von der EKD entsandte Propst ist Stellvertreter
Königsberg/Kaliningrad (idea) – Zum ersten Mal ist eine Russlanddeutsche zur Pröpstin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kaliningrad/Königsberg gewählt worden: Maria Goloshapowa. Sie war bisher Pastorin in Insterburg (Russisch: Tschernjachowsk). Die 36-jährige Mutter von zwei Kindern stammt aus der Stadt Astrachan am Wolgadelta, wo ihre Eltern einer Brüdergemeinde angehören. Ihr Ehemann bleibt Pastor in Insterburg (41.000 Einwohner). Der Propsteirat wählte Goloshapowa zur Nachfolgerin von Propst Thomas Vieweg, der ihr für zwei Jahre als Mentor und Stellvertreter zur Seite steht. Vieweg – zuvor Dekan im Kirchenbezirk Kirchheimbolanden (Pfalz) – wurde im vorigen August vermutlich der letzte von der EKD entstandte Kirchenleiter in Nordostpreußen. Seine Aufgabe war, einen einheimischen Nachfolger zu finden und einzuarbeiten. Die Propstei zählt 38 Gemeinden und 2.100 Mitglieder im Norden des 1945 von der Roten Armee besetzten Ostpreußen. Die Gottesdienste finden meist in deutscher und russischer Sprache statt. Nordostpreußen bzw. auf Russisch der Kaliningrader Oblast zählt knapp eine Million Bürger und ist so groß wie Schleswig-Holstein. Dort leben auch fast 15.000 Russlanddeutsche, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 unter anderem aus Sibirien eingewandert sind. Die neue Pröpstin wurde vom Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland, Dietrich Brauer (Moskau), eingeführt.