19.06.2013
Nigeria: Boko Haram macht weiter
Mehrere Tote bei Anschlägen in Nigeria
In Nigeria hat die islamistische Gruppierung Boko Haram offenbar mindestens neun Schulkinder ermordet. Bei einem zweiten Anschlag sollen 13 weitere Menschen getötet worden sein, wie die Tageszeitung "The Nation" berichtet.
Laut Informationen der Zeitung stürmten Mitglieder der Terrorgruppe eine Privatschule in Maiduguri, der Hauptstadt des Bundesstaates Borno, als gerade Prüfungen geschrieben wurden. Es ist bereits der zweite Anschlag auf eine Schule binnen weniger Tage.
Die Übergriffe gelten als Racheakt. Die Gruppe steht unter Druck seit die Regierung mit Militäroperationen gegen sie vorgeht. In den drei nördlichen Bundesstaaten Yobe, Borno und Adamawa gilt der Ausnahmezustand. In den vergangenen Wochen schlossen sich Jugendliche in Maiduguri in kleinen Gruppen zusammen, um in der Stadt nach Mitgliedern von Boko Haram zu suchen und diese den Behörden auszuliefern.
Die islamistische Gruppe gründete sich 2002, galt aber bis 2011 als lokales Phänomen, das nur im Nordosten Nigerias aktiv ist. Nach der Tötung des Gründers Mohammed Yusuf 2009 durch nigerianische Sicherheitskräfte radikalisierten sich seine Anhänger. Seitdem wurden bei Anschlägen von Boko Haram im Norden Nigerias Hunderte Menschen getötet, darunter viele Christen. Die Terroristen kämpfen gegen westliche Einflüsse und streben in den überwiegend muslimisch besiedelten nördlichen Bundesstaaten einen islamistischen Gottesstaat an. Der Süden ist überwiegend christlich geprägt. Insgesamt leben rund 162 Millionen Menschen in Nigeria.
Quelle: KNA, Domradio