14.03.2013
Deutschland: Nazi-Parolen an Kirche gesprüht
Unbekannte beschmierten auch das „Mahnmal gegen Verfolgung und Krieg sowie für Frieden und Verständigung über alle Grenzen hinweg“.
Deutschland: Nazi-Parolen an Kirche gesprüht
Unbekannte beschmierten auch das „Mahnmal gegen Verfolgung und Krieg sowie für Frieden und Verständigung über alle Grenzen hinweg“.
Aldenhoven (idea) – Rechtsextremisten haben die evangelische Kirche in Aldenhoven bei Düren mit Nazi-Parolen beschmiert. Mit grauer Farbe sprühten sie in der Nacht vom 9. auf den 10. März neben das Kirchenportal „Vorsicht Nationaler Widerstand“. Die Täter hinterließen Aufkleber mit der Aufschrift „Nationale Sozialisten“. Außerdem verunstalteten Unbekannte das Aldenhovener „Mahnmal gegen Verfolgung und Krieg sowie für Frieden und Verständigung über alle Grenzen hinweg“, wie die Polizei auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea bestätigte. Die rund zwei Meter hohe Stele steht auf einer Bodenplatte im Römerpark und dokumentiert die zerbrochene jüdische Welt. Trauerbänder mit den 46 Namen ermordeter Aldenhovener Juden bilden einen Davidstern. Die Täter verunstalteten die Stele mit Sprüchen wie „Gegen Israel“ und die Zahlenkombination 14/88, die für „Heil Hitler“ steht. In beiden Fällen ermittelt die Polizei wegen Sachbeschädigung. Eingeschaltet ist außerdem der Staatsschutz in Aachen. Von den Tätern gibt es bislang keine Spur. Der evangelische Pfarrer Charles Cervigne sagte zu den Sprühattacken: „Die Nazis wissen genau, wo wir stehen.“ Die Gemeinde stellt Räume für das „Bündnis gegen Rechts“ zur Verfügung. Sie macht besonders Jugendliche aus den sozialen Brennpunkten Aldenhovens auf die Gefahren von Rechtsradikalen in einem eigenen Jugendzentrum aufmerksam. In den kommenden Osterferien bietet sie beispielsweise eine Fahrt zur KZ-Gedenkstätte Dachau an.