03.05.2013

Angola: Tätigkeit brasilianischer Pfingstkirchen verboten

Vorwurf: Sie täuschen Menschen und nutzen ihre Schwächen aus

Angola: Tätigkeit brasilianischer Pfingstkirchen verboten

Vorwurf: Sie täuschen Menschen und nutzen ihre Schwächen aus

Luanda (idea) – Die Regierung des südwestafrikanischen Staates Angola hat die Tätigkeit mehrerer von Brasilianern gegründeter Pfingstkirchen verboten. Ihnen wird vorgeworfen, Menschen zu täuschen und ihre Schwächen auszunutzen. Anlass für das Verbot ist der Tod von 16 Menschen – darunter vier Kindern – während eines überfüllten Gottesdienstes der „Universalkirche des Reiches Gottes“ am 31. Dezember in einem Stadion der Hauptstadt Luanda. Die Veranstalter hatten den rund 150.000 Teilnehmern „das Ende aller Probleme des Lebens“ versprochen: Krankheit, Elend, Arbeitslosigkeit, Zauberei, Neid, Familienprobleme, Trennung und Schulden. Dabei kam es zu einem Massengedränge, bei dem die Menschen erstickten oder zu Tode getrampelt wurden. Daraufhin mussten die 230 angolanischen Gemeinden der „Universalkirche“ einige Wochen lang ihre Tätigkeit einstellen. Nach einer erfolgreichen Klage vor einem Gericht darf sie als derzeit einzige Kirche mit Verbindungen nach Brasilien weiter Veranstaltungen abhalten. Drei weitere Kirchen bleiben verboten. Die 1977 gegründete „Universalkirche“ mit mehr als acht Millionen Anhängern allein in Brasilien gilt als die größte „neupfingstlerische Wunderheilersekte“ Südamerikas. Ihr gehören unter anderem ein großer Fernsehsender, mehrere Radiostationen und Tageszeitungen sowie ein Reiseunternehmen und eine Lufttaxigesellschaft. Nach eigenen Angaben ist die Kirche in rund 70 Ländern aktiv. Von den rund 21 Millionen Angolanern sind 55 Prozent Katholiken und 10 Prozent Protestanten. 35 Prozent sind Anhänger von Naturreligionen.