06.05.2013

Deutschland: Wenn politische Korrektheit geistlich inkorrekt ist

Bibel-Impulstag in Sachsen: Christen und Muslime glauben nicht an denselben Gott

Deutschland: Wenn politische Korrektheit geistlich inkorrekt ist

Bibel-Impulstag in Sachsen: Christen und Muslime glauben nicht an denselben Gott

Chemnitz (idea) – „Es gibt eine politische Korrektheit, die geistlich inkorrekt ist.“ Diese Ansicht vertrat der Pfarrer und Journalist Steffen Kern (Walddorfhäslach bei Reutlingen) am 5. Mai beim Bibel-Impulstag des sächsischen Gemeinschaftsverbandes in Chemnitz. Das gelte auch für Aussagen über den eigenen Glauben. So redeten viele Christen gern politisch korrekt von Jesus als dem guten Menschen – „dem Vorbild, dem Freund der Armen, dem Gerechten, dem Helfer“. Das seien schöne Bilder. Aber sie träfen nicht, wer Jesus wirklich sei, nämlich der Sohn Gottes und damit Gott gleich. Kern: „Wer kleiner von Jesus redet, sagt nicht die volle Wahrheit.“ Christen hätten aber den Auftrag, klar von Jesus zu reden. Das gelte für Predigten, Evangelisationen und Äußerungen von Kirchenleitungen ebenso wie für das Gespräch mit Nichtchristen und den interreligiösen Dialog. Kern ist Vorsitzender des württembergischen Gemeinschaftsverbandes „Die Apis“. Er ermutigte Christen zum Gespräch mit Nichtchristen: Sie sollten Muslimen, Buddhisten, Hindus und Atheisten Jesus als das Licht der Welt bezeugen. „Wenn wir das nicht tun, verfehlen wir unseren Auftrag“, sagte Kern. „Und wenn in unserer Kirche in vermeintlicher politischer Korrektheit so getan wird, als glaubten wir letztlich alle an denselben Gott, dann entspricht das nicht dem Zeugnis, das Jesus von sich selbst gibt.“ Christen und Muslime glaubten nicht an denselben Gott. „Der Vater Jesu Christi und Allah sind nicht eins.“ Kern ermutigte dazu, den Koran zu lesen und die Aussagen darin mit denen in der Bibel zu vergleichen: „Sie werden sich ganz neu an der Bibel freuen.“

Wachsam sein gegenüber selbst ernannten Propheten

Kern warnte ferner vor einem falsch verstandenen Wohlstandsevangelium. Wer Jesus nachfolge, lebe nicht ohne Probleme und Sorgen auf „Wolke Sieben“. Das Gegenteil sei der Fall: „Wer nachfolgt, wird oft verfolgt.“ Christen hätten oft mehr zu leiden als andere. Aber nichts anderes habe Jesus versprochen. Wer behaupte, man werde gesund, wenn man nur richtig glaubt oder mit dem Heiligen Geist sei man alle Probleme los, der widerspreche dem Zeugnis der Bibel: „Jesus sagt etwas anderes.“ Christen sollten daher wachsam sein, wenn selbst ernannte Propheten aufträten oder wenn große Bewegungen und Aktionen ausgerufen würden. Kern: „Wer sich selbst für eine große Leuchte hält, gleicht einem Feuerwerkskörper. Der steigt auf an den Himmel, leuchtet kurz auf und bietet eine tolle Show. Aber ganz schnell ist der Zauber vorbei. Zurück bleibt nur Rauch und heiße Luft.“ Christen sollten deshalb in allen Lebenslagen auf Jesus als ihr Licht vertrauen. Zum sächsischen Gemeinschaftsverband gehören rund 460 Gemeinschaften, die mehr als 10.000 Menschen erreichen. Er veranstaltet den Bibel-Impulstag alle zwei Jahre. Das Treffen soll eine Hilfe sein, die persönliche Bibelkenntnis zu erweitern, theologische Zusammenhänge zu erkennen und in Fragen des Glaubens sprachfähig zu werden. Vorsitzender des Gemeinschaftsverbandes ist Prof. Johannes Berthold (Moritzburg).