15.05.2013

Nigeria: Notstand wegen islamischer Terroranschläge

Terrorgruppe Boko Haram bekämpft Christen und ihre Verbündeten

Nigeria: Notstand wegen islamischer Terroranschläge

Terrorgruppe Boko Haram bekämpft Christen und ihre Verbündeten

Abuja (idea) – Wegen fortgesetzter Anschläge der radikal-islamischen Terrororganisation Boko Haram („Alles Westliche ist Sünde“) auf Kirchen und staatliche Einrichtungen in Nigeria hat Staatspräsident Goodluck Jonathan (Abuja) den Notstand über drei Bundesstaaten ausgerufen. Borno, Yobe und Adamawa befinden sich im islamisch geprägten Norden des westafrikanischen Landes. Die Terrorgruppe will das gesamte Land in einen islamischen Gottesstaat umwandeln, in dem das islamische Religionsgesetz, die Scharia, für alle Bürger gelten soll. Die Terrorgruppe bekämpft nach eigenen Angaben vor allem Christen und deren Verbündete. Dazu zählt sie auch Staatsorgane. Seit dem Jahr 2009 sind nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch mehr als 3.600 Menschen den Anschlägen von Boko Haram zum Opfer gefallen. Zuletzt wurde am 13. Mai das Dorf Zangan im Bundesstaat Kaduna überfallen und nach Angaben des US-Zweigs des christlichen Hilfswerks Open Doors niedergebrannt. Dabei seien auch Kirchen und Häuser von Christen zerstört worden. Staatspräsident Jonathan hat zusätzliche Sicherheitskräfte mobilisiert, um den Terrorismus zu bekämpfen. Von den 165 Millionen Einwohnern Nigerias bekennt sich mehr als die Hälfte zum Islam. Der Anteil der Christen wird auf 40 bis 48 Prozent geschätzt.