20.05.2013

Bangladesch: Missionare helfen Überlebenden des Fabrik-Einsturzes

Rund 4.500 Besucher beim Pfingstmissionsfest in Bad Liebenzell

Bangladesch: Missionare helfen Überlebenden des Fabrik-Einsturzes

Rund 4.500 Besucher beim Pfingstmissionsfest in Bad Liebenzell

 

Bad Liebenzell (idea) – Der Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch hat die dortigen Liebenzeller Missionare vor zusätzliche Aufgaben gestellt. Bei dem Unglück am 24. April starben mehr als 1.100 Menschen. Fast 2.500 Personen wurden verletzt. Zahlreichen Verunglückten mussten Gliedmaßen amputiert werden, um sie aus den Trümmern befreien zu können. „Von verschiedenen Stellen bekommen sie medizinische und finanzielle Hilfe“, berichtete der Direktor des Missionswerks, Martin Auch, beim Pfingstmissionsfest der Liebenzeller Mission am 19. Mai in Bad Liebenzell. Er hat selbst mehrere Jahre in Bangladesch gearbeitet. Wie er vor den rund 4.500 Festbesuchern sagte, sei die psychologische Betreuung der Überlebenden und der Angehörigen der Opfer unzureichend. Viele seien traumatisiert. Niemand habe Zeit, um sich um die seelischen Verletzungen zu kümmern. Christen besuchten die Verwundeten und Angehörigen. Sie hörten sich ihre Leidensgeschichten an, trösteten und beteten mit ihnen. Dabei würden sie von einer Missionarin der Liebenzeller Mission unterstützt. Insgesamt hat das Missionswerk fünf Ehepaare und eine Missionsärztin nach Bangladesch entsandt.

Engagiert an den Brennpunkten von Not und Elend

Auch in Afrika engagieren sich Liebenzeller Missionare an den Brennpunkten von Not und Elend. Beispielsweise beteiligen sie sich im Südsudan am Wiederaufbau des durch einen langen Bürgerkrieg weitgehend zerstörten Landes. Die Menschen müssten wieder lernen, ein normales Leben zu führen, sagte der ehemalige Missionspilot Stefan Hageneier, der für christliche Hilfswerke Versorgungsflüge im Südsudan durchführte. Die Kirchen in dem christlich geprägten Land benötigten dringend Anleitung zur Evangelisation, theologische Schulung und Hilfen zur Bewältigung sozialer Probleme. Die Missionsschwester Hedwig Müller, die viele Jahre in Sambia tätig war, berichtete von ihrem Aidshilfeprojekt. Es umfasste neben medizinischer Betreuung auch eine psychosoziale Begleitung. Der Direktor der Liebenzeller Mission, Pfarrer Detlef Krause, charakterisierte Missionare als Menschen, die eigene Karrieren und Träume aufgeben, um anderen das Evangelium mit Wort und Tat zu bringen.

Interesse an einer Arbeit in Übersee steigt

Nach Angaben der Missionsleitung hat das Interesse junger Christen an einer Arbeit in Übersee deutlich zugenommen. Für die 111 Plätze im Programm für Kurzzeiteinsätze habe es mehr als 300 Bewerbungen gegeben. Mehr Interessenten gebe es auch für die theologische Ausbildung, insbesondere an der Internationalen Hochschule Liebenzell. In diesem Jahr hätten sich 95 Männer und Frauen beworben, während es vor zehn Jahren nur 19 gewesen seien. Die Liebenzeller Mission gehört mit rund 240 Mitarbeitern in 24 Ländern zu den größten evangelischen Missionsgesellschaften in Deutschland.