26.11.2013
China: Gute und schlechte Zeiten
Informationen über Protestantische Kirche, Hausgemeinden, Mission und Politik
China: Gute und schlechte Zeiten
Informationen über Protestantische Kirche, Hausgemeinden, Mission und Politik
Positive Stimmen über Christen und Kirchen
[ZGB] In den letzten Wochen waren in China auffallend viele positive Äußerungen offizieller Stellungen über Christen und Kirchen zu hören. Auf einer Konferenz, die in Verbindung mit der Bibelgesellschaft in Shanghai abgehalten wurde, sagte WANG Xinhua, ein hoher Regierungsvertreter, "Wir begrüßen die Unterstützung durch die Kirchen. Wir selbst haben keine ausreichenden Möglichkeiten, um alle die Anforderungen zu erfüllen, die an uns gestellt werden und deshalb brauchen wir die religiösen Organisationen.
Der Glaube und die Liebe in der Kirche sind sind von großem Vorteil für die Gesellschaft. Die staatlichen Wohltätigkeitsorganisationen befinden sich wegen Korruptionsfällen in einer großen Vertrauenskrise und in der Kirche gibt es kaum Korruption. Prof. CHOONG Chee Pang sagte bei der Konferenz, viele soziale Probleme hätten ihre Ursache in sozialer Ungerechtigkeit und in Machtmissbrauch. In dieser Situation habe die Kirche durch ihre Wohltätigkeit an den alten und armen Bürgern eine geradezu prophetische Rolle übernommen.
Pastor der offiziellen Kirche festgenommen
[CA] In Nanle in der Provinz Henan sind am 17. November Pastor ZHANG Shaojie und 20 Gemeindeglieder festgenommen worden. Der Hintergrund dieser Aktion liegt offensichtlich in schon länger bestehenden Spannungen zwischen der Kirchengemeinde und den Behörden. Vor Jahren war die ursprüngliche Hausgemeinde gezwungen worden, sich der offiziellen Kirche anzuschließen. Pastor Zhang wurde Präsident der örtlichen offiziellen Drei- Selbst-Kirche und Mitglied der Politischen Konsultativ-Konferenz. Wegen seiner anhaltenden kritischen Äußerungen zu Problemen von Minderheiten und anderer Ungerechtigkeiten, wollten ihn die Behörden jedoch schon seit geraumer Zeit ausschalten. Auch wurden Gemeindeglieder gehindert, am Gottesdienst teilzunehmen, indem ihre Arbeitgeber sie aufforderten, sonntags zu arbeiten.
Verteilung von Bibeln immer noch problematisch
[ZGB] Die Amity Printing Company, ein Joint-Venture-Unternehmen, das zu 25% der in Großbritannien ansässigen Internationalen Bibelgesellschaft und zu 75% der chinesischen Amity Stiftung (eine Wohltätigkeitsorganisation der offiziellen protestantischen Kirche) gehört, hat eine Produktionskapazität im Dreischichtbetrieb von 10 bis 12 Mio. Bibeln pro Jahr. Davon werden etwa 3 Mio. Exemplare an über 77 Verkaufsstellen der offiziellen Kirche verkauft, der Rest wird exportiert, vor allem Exemplare in Sprachen, die nur kleine Auflagen benötigen. Nach wie vor ist es aber in China vor allem in entlegenen Gebieten sowohl für Christen in den offiziellen Kirchen als auch für Hauskirchenchristen problematisch, an diese Verkaufsstellen heranzukommen. In armen Landstrichen können sich viele auch finanziell fast keine Bibel leisten, auch wenn sie nur 16 RMB (ca. 2 EURO) kostet. Trotz solcher Schwierigkeiten ist es aber der Organisation Word4Asia auf legalem Weg gelungen, sich Bibeln über den offiziellen Chinesischen Christen-Rat zu beschaffen und in entlegenen Gebieten zu verteilen.
Politik & Gesellschaft
Viele ausländische Studenten in Frankreich kommen aus China
[XH] Im nächsten Jahr werden in Frankreich die meisten ausländischen Studenten aus China kommen und damit die Studenten aus Marokko vom ersten Platz verdrängen. Gegenwärtig studieren 35.000 Chinesen in Frankreich und es wird damit gerechnet, dass es im Jahr 2015 dann 50.000 sein werden. Auch in den USA sind die Chinesen die weitaus größte Gruppe unter allen ausländischen Studenten.
Wohl wenige Auswirkungen der Lockerung der Ein-Kind-Politik
[ZGB] In einer Internetumfrage unter 5.000 Familien gaben 52% zu erkennen, dass sie sich finanziell kein zweites Kind leisten können. Zum einen sind es die hohen Schulkosten, wenn man das Kind auf eine bessere Schule schicken möchte und außerdem müssen sich die beiden Eltern auf die finanzielle Unterstützung ihrer alternden eigenen vier Eltern finanziell vorbereiten. Bei einer kürzlich von der Familienplanungkommission durchgeführten Befragung sollen sich aber 50% bis 60 % der betreffenden Eltern positiv geäußert haben, doch dabei wurden nicht die finanziellen Fragen erörtert. Somit wird die Neuregelung vor allem Vorteile für wohlhabende Familien bringen, doch für die niedrigen Einkommensschichten wird der Wunsch nach zwei Kindern trotz der Neuregelung unerfüllbar bleiben.
Oberster Gerichtshof verbannt Folter
[ZGB] Der Oberste Gerichtshof in Peking hat nun offiziell angeordnet, dass Ge-ständnisse von verdächtigten Personen nicht mehr über irgendwelche Arten von Folter erzwungen werden dürfen.
Quelle: China – Informationen 2013 - 10