30.11.2013

Russland: Katholischer und protestantischer „Extremismus“

Russland hat die gedruckte Fassung einer Predigt des Metropoliten der Griechisch Katholischen Kirche Andrey Scheptysky aus dem Jahr 1900 zum Thema „Der wahre Glaube“ auf die Bundesliste extremistischer Materialien gesetzt. Die Gründe, weshalb die Verbreitung dieser Predigt des Metropoliten verboten wurde, der posthum dafür geehrt wurde, dass er in Kriegszeiten trotz drohender Todesstrafe Juden vor den Nazis versteckt und mit falschen Papieren versorgt hat, ist unklar. In der katholischen Kirche gilt der 1944 verstorbene Metropolit als Kandidat für die Heiligsprechung.

Auch die neuen Medien entgehen der neuen Zensur nicht. Der Blog von Peter Tkalich, Mitglied einer Pfingstgemeinde in Asbest, in der Region Swerdlowsk, gab auch Anlass für ein Ermittlungsverfahren wegen „Extremismus“. In seinem Blog kritisiert Tkalich die Geisteshaltung, die er als „Sowjetisch Orthodox“ bezeichnet. Die offizielle Verfolgung von religiösem „Extremismus“, von der bisher vor allem Zeugen Jehovas und Anhänger des islamischen Theologen Said Mursi betroffen waren, droht sich auszuweiten.  

Quelle: Forum 18, Oslo

Deutsche Fassung: Arbeitskreis Religionsfreiheit der ÖEA