03.04.2014
Indien: Die Angst der Christen vor der Wahl
"Damoklesschwert" Anti-Konversionsgesetz
In mehreren Bundesstaaten, in denen die hindu-nationalistische Indische Volkspartei regiert, gibt es Anti-Konversionsgesetze. „Die drastischste Variante gibt es in dem Bundesstaat Gujarat“, sagt Heiner Bielefeldt, Sonderberichterstatter der UNO für Religionsfreiheit. „Ich habe die Formulare gesehen, die Menschen ausfüllen müssen, wenn sie konvertieren wollen. Da müssen sie zum Beispiel angeben, wer sie zur Konversion bewegt hat, welcher Priester beteiligt war, müssen Gründe aufzählen und allerlei Angaben zu ihrer Person und ihrem Einkommen machen. Das ist eine monströse bürokratische Prozedur, die per se Konversion als höchstverdächtigen Akt begreift."
In diesen Bundesstaaten wird aber nicht die Konversion selber bestraft, sondern die Mission, sofern sie mit irgendwelchen nicht näher definierten „Anreizen“ einhergeht. "Wer missionarisch tätig ist oder im Rufe steht, es zu sein, kann strafrechtlich belangt werden", so Experte Bielefeldt. "Das ist ein Damoklesschwert, das insbesondere über christlichen Gemeinden schwebt“.
Frauen doppelt bedroht
Frauen in den christlichen Gemeinden fühlen sich noch aus einem weiteren Grund bedroht. Indien steht wegen mehreren besonders schauerlichen Fällen von Vergewaltigung im Fokus von Menschenrechtlern.
„Um der patriarchalen Gesellschaft die Stirn zu bieten und für gleiche Rechte zu kämpfen“, haben jetzt hunderte christliche Frauen die „Bewegung christlicher Frauen“ gegründet. Man wolle „Taten der Gerechtigkeit schaffen, um die Würde der Frauen zu verteidigen und ein Netzwerk mit anderen Gemeinschaften aufzubauen“, bekundeten die Gründerinnen.
Quelle: HMK – Hilfsaktion Märtyrerkirche e.V.