07.04.2014
Syrien: Träger des Stephanus-Preises in Syrien ermordet
Homs (idea) – Der niederländische Jesuitenpater Frans van der Lugt ist am 7. April in der syrischen Stadt Homs ermordet worden. Das bestätigte der ebenfalls dort lebende Pater Ziad Halal telefonisch der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt am Main. Die Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen hatte im vergangenen Jahr die beiden Jesuiten und ihren Mitbruder Ghassan Saloui mit dem Stephanus-Preis ausgezeichnet. Sie würdigte damit ihren Dienst für Opfer des Bürgerkriegs und ihre Standhaftigkeit als Christen in Bedrängnis. Nach Angaben der Jesuitenprovinzial für den Nahen Osten und den Maghreb wurde der 75-jährige van der Lugt vor der Niederlassung des katholischen Ordens in Homs von bewaffneten Männern angegriffen, misshandelt und mit zwei Kopfschüssen getötet. Er wollte nach Angaben des Nachrichtendienstes Asianews dort ausharren, um das Leid mit den verbliebenen Bewohner zu teilen. Im Februar hatte er mitgeteilt, dass von den einst 60.000 Christen in Homs nur noch 66 in der Stadt seien. Der Pater war 1966 nach Syrien gekommen. Laut Asianews bemühte er sich zuletzt um eine Vermittlung zwischen Rebellen und der syrischen Regierung, um der notleidenden Bevölkerung zu helfen. Von den 21 Millionen Einwohnern Syriens waren vor dem Bürgerkrieg 90 Prozent Muslime und 6,3 Prozent Christen, davon jeweils drei Prozent Katholiken und Orthodoxe plus kleine Gruppen von Protestanten. Die übrige Bevölkerung bestand aus Nichtreligiösen oder Anhängern anderer Religionen. Nach Schätzungen starben in dem Bürgerkrieg bisher rund 150.000 Menschen.