10.04.2014
USA: US-Rechtsstreit: Orthodoxer Jude neben Pastor beigesetzt
Witwe verlangt Schadenersatz von kommerziellem Friedhofsbetreiber
USA: US-Rechtsstreit: Orthodoxer Jude neben Pastor beigesetzt
Witwe verlangt Schadenersatz von kommerziellem Friedhofsbetreiber
Miami (idea) – Eine orthodoxe Jüdin aus dem US-Bundesstaat Florida hat einen Friedhofsbetreiber auf Schadenersatz verklagt, weil ihr verstorbener Mann in unmittelbarer Nähe zum Grab eines christlichen Pastors beigesetzt wurde. Orna Mammon aus dem Ort Southwest Ranches bei Miami hatte im Oktober für ihren an Lungenkrebs erkrankten Mann eine Grabstätte auf dem jüdischen Friedhof „Menorah Gardens & Funeral Chapels“ vom Unternehmen „Service Corporation International“ (SCI) erworben. Solomon Mammon starb wenige Tage später und wurde beigesetzt. Etwa einen Monat danach stellte die Witwe fest, dass sich keine zehn Meter entfernt das Grab eines Pastors befindet. Eine Abgrenzung durch einen Zaun wurde erst später angebracht. Sie fühlt sich von SCI (Houston/Texas), dem größten kommerziellen Friedhofsbetreiber Nordamerikas, getäuscht und fordert umgerechnet 10.800 Euro Schadenersatz. Wie die Lokalzeitung „Sun Sentinel“ am 8. April berichtete, verlangt die jüdische Tradition, dass Juden unter Juden begraben werden sollten. Um dies sicherzustellen, würden üblicherweise Hecken oder Zäune zur Abgrenzung errichtet. SCI unterhält rund 400 Friedhöfe und 1.500 Trauerhallen in Nordamerika. Das Unternehmen ist bereits mehrfach in Prozesse wegen angeblicher Entweihung jüdischer Friedhöfe verwickelt gewesen.