25.04.2014
China: Zahl der Christen wächst
Verbot gegen Hausgemeinde aufgehoben
[CA] In Linshu in der Provinz Shandong ist am 23. April 2013 die Versammlung von 20 Mitgliedern einer Hausgemeinde durch Beamte der Religionsbehörde aufgelöst worden. Der Gemeinde wurde ein Geldstrafe auferlegt und das geopferte Geld beschlagnahmt. Der Gemeindeleiter verklagte daraufhin die Behörde mit der Begründung, Versammlungen von Verwandten und Freunden im eigenen Haus seien gesetzlich erlaubt. Das Gericht folgte nun dieser Argumentation und ordnete an, das Verbot der Versammlung und die angedrohte Strafe seien aufzuheben.
Hausgemeinde wächst trotz Verbot
[CA] In Yutai in der Provinz Shandong wurde schon im Mai letzten Jahres eine Bibelklasse für junge Erwachsene von der Religionsbehörde mit Hilfe der Polizei aufgelöst und verboten. Mehrere Gemeindeglieder wurden festgenommen und erst wieder freigelassen, nachdem ihre Angehörigen hohe Geldsummen dafür bezahlt hatten. Doch was berichtete neulich der Pastor dieser Gemeinde? Er sagte, das Verbot habe die Gemeindeglieder keineswegs davon abhalten können, sich weiter zu treffen, sondern die Gemeinde sei inzwischen auch noch gewachsen.
Kreuze seien zu auffallend
[CA] In zwei chinesischen Städten in der ostchinesischen Provinz Zhejiang ordneten die Behörden an, dass Kreuze, die auf Kirchen der offiziellen Patriotischen Drei-Selbst-Bewegung angebracht waren, zu entfernen sind, weil sie zu auffallend seien. Mehr als 200 Personen waren in der Provinzhauptstadt Hangzhou damit beschäftigt, das Kreuz gewaltsam abzureißen und es durch ein kleines Kreuz an der Wand zu ersetzen. Weder die Gemeinde noch der Kirchenverband wurden vorher über diese Aktion informiert.
Offizielle Kirche in Wenzhou soll abgerissen werden *
[ZGB] Die Behörden in der Stadt Wenzhou hatten angeordnet, die offizielle Sanjiang Kirche müsse abgerissen werden. Als Begründung wurde genannt, die Kirche sei an einem nicht genehmigten Platz gebaut worden und ihre Stabilität sei gefährdet. Es ist jedoch allzu offensichtlich, dass dem Parteichef der Provinz Zhejiang, XIA Baolong, bei seinem Besuch die Größe der Kirche missfiel und er deshalb hier seine Macht demonstrieren wollte. Sofort nachdem die Abrisspläne bekannt wurden, versammelten sich tausende von Gläubigen, um die Kirche durch ihre Blockade vor der Zerstörung zu bewahren. Sie beschlossen, ihre Kirche nun Tag und Nacht zu bewachen. Etliche Tage später erklärte das Büro für Religiöse Angelegenheiten, ihr Amt habe nichts mit dem angedrohten Abriss zu tun.
Es wird also auch hier wieder deutlich, dass nicht eine offizielle Parteilinie hinter solchen Aktionen steht, sondern in der Regel wollen einzelne Personen im Machtgefüge der Partei ihren Einfluss durch rigide Maßnahmen unter Beweis stellen.
* siehe auch Artikel vom 8.4.14 http://www.ead.de/arbeitskreise/religionsfreiheit/nachrichten/einzelansicht/article/china-christen-protestieren-gegen-kirchenabriss.html
Quelle: China Informationen 2014-05